Karl Keuerleber

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 20.11.1905 Basel, † 9.2.1984 Basel.

Studium der Musikwissenschaft an der Universität Basel. Gleichzeitig Klavierstudium am →Konservatorium Basel und später an der Musikakademie in Wien. Dirigenten-Meisterkurse bei →Felix Weingartner in Basel und bei →Hermann Scherchen in Brüssel. 1930–37 zunächst als Korrepetitor, ab 1932 auch als Kapellmeister und ab 1933 zusätzlich als Chordirektor am →Stadttheater Luzern. Als Dirigent debütierte K. in Luzern mit →Ralph Benatzkys "Im weissen Rössl". Er leitete dort Neueinstudierungen von Operetten von Abraham ("Die Blume von Hawaii"), Fall ("Der fidele Bauer"), Jarno ("Die Försterchristel"), Lehár ("Das Land des Lächelns", "Die lustige Witwe", "Der Zarewitsch"), Nedbal ("Polenblut") sowie von komischen Opern von Flotow ("Alessandro Stradella") und Lortzing ("Zar und Zimmermann"). Durch Vermittlung des Dirigenten →Alexander Krannhals wurde K. 1937 ans →Stadttheater Basel engagiert, wo er bis 1971 – als Nachfolger von Richard Engelbrecht – als Chordirektor und Kapellmeister wirkte. Während ihm in Luzern ein Chor von sechzehn Sängerinnen und Sängern zur Verfügung gestanden hatte, fand er in Basel einen von 28 Mitgliedern vor, den er bis 1971 auf 37 Positionen ausbaute. Der Schwerpunkt von K.s Dirigiertätigkeit lag auch in Basel auf Operetten. So leitete er unter anderem Leo Aschers "Hochzeitswalzer", Harald Barths "Der vergessene Kuss", Heinrich Bertés "Das Dreimäderlhaus", Bernhard Grüns "Madame Sans-Gêne", Kálmáns "Die Zirkusprinzessin", Josef Lanners "Alt-Wien", Lehárs "Die lustige Witwe", Johann Strauß’ "Der lustige Krieg" und Zellers "Der Vogelhändler". Daneben dirigierte er gelegentlich auch Opern, so beispielsweise Lortzings "Undine", Mascagnis "Cavalleria rusticana" und 1956 zu seinem 25-jährigen Bühnenjubiläum Mozarts "Die Zauberflöte". K. wurde auch die Einstudierung und Leitung von Kindermärchen und anspruchsvoller Schauspielmusik übertragen, wie etwa jener zu Raimunds "Der Verschwender" (Musik: Konradin Kreutzer), →Arnold H. Schwengelers "Kleider machen Leute" (Musik zusammengestellt von →Walter Furrer), Shakespeares "Die lustigen Weiber von Windsor" (Musik: →Paul Burkhard) und "Viel Lärm um nichts" (Musik: →Werner Kruse). K. trat auch als Übersetzer französischer Opern hervor (Gounods "Mireille", Poulencs "Les Mamelles de Tirésias") und verfasste eine Neubearbeitung von Millöckers Operette "Der Vizeadmiral". Neben seiner Theatertätigkeit wirkte K. während vielen Jahren als Assistent Hans Münchs beim Basler Gesangverein.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Karl Keuerleber, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 990.

Normdaten