Karl Kusterer

Aus Theaterlexikon
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* 24.2.1874 Karlsruhe (D), † 10.1.1939 Basel. Vater des Dirigenten und Komponisten Arthur K. (1898–1967).

Nach ersten Engagements am Stadttheater Heidelberg, am Großherzoglichen Hoftheater Oldenburg und 1900–02 am Schauspielhaus Stralsund wurde K. 1902 an das →Stadttheater Basel verpflichtet, wo er mit Unterbrechungen (Engagements 1904–07 am Stadttheater Mühlhausen/Elsass und 1907–09 am →Stadttheater Bern, Kriegsdienst 1916–17) bis zu seinem Tod als beim Publikum ausserordentlich beliebter Komiker und Chargenspieler, aber auch in Charakterrollen beschäftigt war. K. spielte unter anderem Sir James Tyrrell in Shakespeares "Richard III.", Dorfrichter Adam in Kleists "Der zerbrochene Krug", Hofmarschall von Kalb in Schillers "Kabale und Liebe", Illo in Schillers "Wallensteins Tod" (1927, Regie: →Walter Felsenstein), den Klosterbruder in Lessings "Nathan der Weise" und den Präsidenten des Staatsrats in Büchners "Leonce und Lena". Er wirkte in zahlreichen Opern und Operetten mit, unter anderem als Wilhelm Giesecke in →Ralph Benatzkys "Im weissen Rössl", Jürgen in Jessels "Schwarzwaldmädel", Obereunuch in Lehárs "Das Land des Lächelns", Calchas in Offenbachs "Die schöne Helena", Frosch in Johann Strauß’ "Die Fledermaus", Samiel in Webers "Der Freischütz". Zudem inszenierte K. unter der Direktion von →Oskar Wälterlin mehrere Lustspiele in Basel und war zeitweise als Leiter der Statisterie tätig. K. wirkte zudem in diversen Filmen mit, erstmals 1915 in Alfred Hallers Stummfilm "Die gefoppte Tante".

Literatur

  • Blubacher, Thomas: Befreiung von der Wirklichkeit? Das Schauspiel am Stadttheater Basel 1933–1945, 1995.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Karl Kusterer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1062–1063.

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