Karl Paryla

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* 12.8.1905 Wien (A), † 14.7.1996 Wien (A). Bruder des Schauspielers und Regisseurs →Emil Stöhr. ∞ →Hortense Raky, Schauspielerin. Vater der Schauspieler Nikolaus P. und Stephan P.-Raky.

1922–25 Schauspielausbildung an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Engagement am Raimundtheater in Wien und am Theater in der Josefstadt, 1926 am Deutschen Volkstheater Wien. 1926–31 an verschiedenen Theatern, unter anderem in Köln, Mannheim, Düsseldorf, Breslau. 1931–33 am Hessischen Landestheater Darmstadt unter →Gustav Hartung. 1933 Flucht nach Österreich. 1933–38 am Theater in der Josefstadt Wien, gastweise am →Schauspielhaus Zürich, spielte dort unter anderem in Molnárs "Liliom". 1938–46 in Zürich engagiert, spielte zirka neunzig Rollen, darunter die Titelrolle in Sophokles’ "Ödipus", Marquis Posa in Schillers "Don Carlos", Orgon in Molières "Tartuffe", Fedja in Tolstois "Der lebende Leichnam", St. Just in Büchners "Dantons Tod", Schweizerkas in der Uraufführung von →Bertolt Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder", die Titelrolle in der Uraufführung von →Georg Kaisers "Der Soldat Tanaka", diverse Nestroy-Rollen; inszenierte unter anderem Strindbergs "Königin Christine", Ibsens "John Gabriel Borkman", Schnitzlers "Liebelei". 1942–44 als Schauspieler auch am →Stadttheater Bern. 1946–48 am Volkstheater in Wien und bei den Salzburger Festspielen, 1948–56 Mitbegründer und (zusammen mit →Wolfgang Heinz) Direktor des Neuen Theaters in der Scala Wien, spielte unter anderem Titelrolle in Brechts "Leben des Galilei". 1956–61 Regisseur und Schauspieler bei →Wolfgang Langhoff am Deutschen Theater Berlin (P. inszenierte unter anderem Schillers "Wallenstein"-Trilogie). Zusammenarbeit mit dem Regisseur Fritz Kortner in München am Bayerischen Staatsschauspiel (1956 Mephisto in Goethes "Faust", 1959 Robespierre in Büchners "Dantons Tod") und an den Kammerspielen (1957 Narr in Shakespeares "Was ihr wollt"). Nach 1961 freischaffender Regisseur und Schauspieler an verschiedenen Theatern in der BRD, Österreich und der Schweiz, unter anderem an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlins, am Ernst-Deutsch-Theater Hamburg (1975 Schillers "Die Räuber"), am Bayerischen Staatsschauspiel München (1976 Hauptmanns "Michael Kramer", mit Raky und Nikolaus P.; Nestroys "Lumpazivagabundus"), am Burgtheater, am Volkstheater sowie am Theater in der Josefstadt in Wien (1973 Wolfes "Herrenhaus") und am Schauspielhaus Zürich (1989 Schweizer Erstaufführung von Turrinis "Die Minderleister"). Film- und Fernseharbeiten. Zahlreiche Hörspiele für Radio Wien.

Literatur

  • Fischer, Ernst: Das Ende einer Illusion, 1973.
  • Jauslin, Christian/Naef, Louis (Hg.): Ausgangspunkt Schweiz – Nachwirkungen des Exiltheaters, 1989.
  • Deutsch-Schreiner, Evelyn: K. P., 1992.
  • Köper, Carmen-Renate: Ein unheiliges Experiment: das Neue Theater in der Scala (1948–1956), 1995.


Autorin: Anna Beck



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Beck, Anna: Karl Paryla, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1373.