Karl Pistorius

Aus Theaterlexikon
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* 22.9.1898 Eger (Cheb, heute: CZ), † 5.4.1966 Zürich. ∞ Wally Arno, Sängerin.

Gesangsstudium bei Boruttari in Wien und bei Bernardo Albini in Berlin. Debüt 1924 am Stadttheater Eger. P. kam über Regensburg, Brüx, Teplitz-Schönau, Düsseldorf 1930 an die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. Da Wally Arno gemäss der nationalsozialistischen Ideologie "nicht arisch" war, verliess das Ehepaar 1935 das Deutsche Reich. 1935–63 war P. am →Stadttheater Zürich engagiert. Er sang hier als Operettentenor in zahlreichen Werken der goldenen und silbernen Operettenära und entwickelte sich zu einem faszinierenden Charakterdarsteller und Komiker. Sein Name ist verbunden mit einer grossen Anzahl von Uraufführungen. So sang er Seppl Huber in →Ralph Benatzkys "Herzen im Schnee" (1936), Georges von Ravigny in →Paul Burkhards "Drei mal Georges" (1936), Napoleon in Kálmáns "Kaiserin Josephine" (1936), die Hauptpartien in →Victor Reinshagens "Der geliebte Dieb" (1940), "Grete im Glück" (1936) und "Tanz um Daisy" (1938) sowie Rudolf-Otto-Ferdinand von Schwarzenegg in Oscar Straus’ "Drei Walzer" (1935). Er komponierte die Operette "Der hölzerne Peter", die am 11.4.1942 am Stadttheater Zürich mit P. in der Titelrolle uraufgeführt wurde (Regie: →Fritz Schulz). 1945 sang er am Stadttheater Robbin in der deutschsprachigen Erstaufführung von Gershwins "Porgy und Bess". 1946/47 gastierte er als Seppl Huber am →Stadttheater St. Gallen. P. wirkte ausserdem als Schauspieler in den Schweizer Filmproduktionen "Wilhelm Tell – Burgen in Flammen" (1960) und "Demokrat Läppli" (1961) mit.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Karl Pistorius, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1413.

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