Katharina Tanner

Aus Theaterlexikon
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* 13.10.1962 Schaffhausen.

1982–85 Ausbildung und Diplom als Buchhändlerin in Schaffhausen. Ab 1985 Besuch der Fritz-Kirchhoff-Schule für Schauspiel in Berlin, 1988 Bühnenreifeprüfung. Als Schauspielerin 1989/90 an der Landesbühne Niedersachsen Nord in Wilhemshaven und 1991–92 am Theater Die Rampe in Stuttgart engagiert. Seit 1993 als freie Autorin sowie Journalistin für die "Basler Zeitung" und als Buchhändlerin in Basel tätig. In ihren ersten Stücken griff T. die starre Bürgerlichkeit (vor allem der Schweiz) an. Ihre stilisierte Sprache dekonstruiert Sprachgewohnheiten. Sie arbeitet zum Teil mit dokumentarischem Material. T. verfasste die Stücke "Degerloch Dream. Ein Arbeitslosenballett" (1994) und "Rufst Du mein Vaterland oder Swiss Christmas. Eine patriotische Komödie mit Gesang aus der Schweizer Provinz", eine Satire auf überkommene bürgerliche Werte (uraufgeführt als Koproduktion des Kulturzentrums Kampnagel Hamburg und der →Komedie in Zürich, Hamburger Premiere: 4.12.1996, Zürcher Premiere: 18.12.1996 im →Theaterhaus Gessnerallee, Regie: Maya Fanke). Dann schrieb T. für die Sturmbühne Zürich die Texte für die Produktionen "Der grosse B. Ein Theaterprojekt über einen Herrn und sein Volk"über Christoph Blocher und den Schweizer Nationalismus (Uraufführung 18.1.1997) und "Schweigen ist Gold"über Raubgold in der Schweiz (Uraufführung 29.11.1997, beide im Theaterhaus Gessnerallee, Regie beide: Volker Lösch). Weitere Bühnenwerke: "Alles Liebe. Pas de Deux" (Uraufführung 18.5.2001, Theater Die Rampe Stuttgart; Schweizer Erstaufführung 12.9.2001, →Ensemble Theater der Regionen Biel-Solothurn, Regie: Clemens Bechtel), "Elfrun fährt Rhönrad" (Uraufführung am 31.12.2001 als Teil der Szenenfolge "Sääli", →Theatergruppe Chärne­hus Einsiedeln, Regie: Livio Andreina) und das Dialektstück "Fridolina oder di gläsig Luft" zur 650-Jahr-Feier des Kantons Glarus (Uraufführung 8.6.2002, →Theater Glarus und Commedia Adebar Uznach im Hof des Freulerpalastes in Näfels, Regie: Barbara Schlumpf). Zudem verfasste T. das Dialekthörspiel "Das wahre Leben der Helvetia" nach dem gleichnamigen Buch von Jürg Willi und Margaretha Dubach (2000 auf Schweizer Radio DRS 1 ausgestrahlt). T. war 1997–2002 Mitglied der →Gruppe Olten und ist heute Mitglied des Verbands Autorinnen und Autoren der Schweiz (AdS). Ausserdem Filmarbeit, zum Beispiel 1993 Auftritt in Bernhard Sinkels "Der Kinoerzähler".

Auszeichnungen

  • 1995 Stipendium für die "Sprechtheaterwerkstatt" des Literarischen Colloquiums Berlin und Literaturstipendium der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart,
  • 1999 Hörspielpreis der Stiftung Kulturförderung der Sparkasse Neuss für "Das wahre Leben der Helvetia",
  • 2000 Jakob-Michael-Reinhold-Lenz-Preis für neue Dramatik der Stadt Jena für "Alles Liebe" und
  • 2001 Werkjahr der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.


Autorin: Sonja Galler



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Galler, Sonja: Katharina Tanner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1792.

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