Klaus Völker

Aus Theaterlexikon
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* 27.9.1938 Frankfurt am Main (D).

Studium der Literaturwissenschaft, Philosophie und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main und Berlin. 1958–62 Mitarbeiter an Studentenbühnen. Seit 1962 als freier Literatur- und Theaterkritiker tätig, unter anderem für den Berliner "Tagesspiegel", die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die Basler "National-Zeitung", den Bayerischen Rundfunk und den Sender Freies Berlin, seit 1963 für die Zeitschrift "Theater heute". 1969/70 unter der Intendanz von →Peter Löffler Chefdramaturg am →Schauspielhaus Zürich. Die ersten Inszenierungen des Oberspielleiters Max Peter Ammann und des Hausregisseurs →Peter Stein lösten Skandale und kulturpolitische Debatten aus. Löffler und V. wurde "politische Indoktrination" vorgeworfen, zudem beanstandete man die als marxistisch beurteilte inhaltliche Ausrichtung der Programmhefte V.s, dessen Vertrag der Verwaltungsrat daraufhin vorzeitig kündigte. Spannungen innerhalb des Schauspielhauses und der zu konstatierende Besucherrückgang führten bereits im Dezember zur vorzeitigen Kündigung Löfflers und der neu engagierten künstlerischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Ende der Spielzeit. 1971–72 arbeitete V. unter anderem als Lektor im Verlag der Autoren in Frankfurt am Main. 1973–75 war er zusammen mit →Claus Bremer unter der Intendanz von →Horst Zankl Dramaturg am →Theater am Neumarkt Zürich und 1975–78 unter der Intendanz von →Hans Hollmann Dramaturg an den →Basler Theatern. 1978–80 Dramaturg am Theater der Freien Hansestadt Bremen, 1980–85 Chefdramaturg an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. 1986–2002 Leiter des "Stückemarktes" im Rahmen des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Seit 1992 Professor für Theatergeschichte und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin, seit 1993 deren Rektor. Autor theatergeschichtlicher Werke, von Monografien und Biografien; Herausgeber unter anderem der Werke von Boris Vian, Max Herrmann-Neiße und Alfred Jarry; Übersetzer französischer Literatur. Wichtige Publikationen: "Frank Wedekind" (1965), "Irisches Theater" (1967), "Irisches Theater II" (1968), "Brecht-Chronik" (1971), "Bertolt Brecht. Eine Biographie" (1976), "Brecht-Kommentar zum dramatischen Werk" (1983), "Beckett in Berlin" (1986), "Fritz Kortner" (1987), "Boris Vian, der Prinz von Saint-Germain" (1989), "Elisabeth Bergner" (1990), "Max Herrmann-Neiße" (1991) und "Hans Lietzau" (1999). V. ist zudem Herausgeber der Publikation "Hochschule für Schauspielkunst ‹Ernst Busch› Berlin. Ein Querschnitt durch Geschichte und Ausbildungspraxis", die 2000 in einer neuen, aktualisierten Ausgabe erschien. Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, dort Direktor der Abteilung darstellende Künste; Mitglied der deutschen Akademie für darstellende Künste in Frankfurt am Main.

Auszeichnungen

  • Commandeur Exquis de l’Ordre de la Grande Gidouille im Collège de Pataphysique in Paris.


Autorin: Ute Kröger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Kröger, Ute: Klaus Völker, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2023.

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