Kulturhallen Dampfzentrale, Bern BE

Aus Theaterlexikon
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Gastspielbetrieb, alle Sparten

1986 gründeten einige Berner Kulturorganisationen den Verein Dampfzentrale mit dem Ziel, den Industriebau Dampfzentrale kulturell zu nutzen. 1987 bewilligte der Gemeinderat der Stadt Bern einen Versuchsbetrieb. Als Rechtsträger fungiert der Verein Dampfzentrale, der das Gebäude von der Stadt Bern mietet. Die K. finanzieren sich über Vermietung der Räumlichkeiten und werden vom Bund sowie von der Stadt und dem Kanton Bern subventioniert. Mitglieder- und Gönnerbeiträge sowie projektbezogene Sponsoren- und Subventionsbeiträge ergänzen dieses Budget. Der Trägerverein ist über die Betriebsgruppe für die Programmation zuständig. Die Mitglieder des Vereins Dampfzentrale (unter anderen →Auawirleben und die →Berner Tanztage) nutzen die K. für ihre eigenen Veranstaltungen. Als Produktions- und Aufführungsort werden sie hauptsächlich an freie Gruppen aus dem In- und Ausland vermietet. Mit einem kleinen Budget realisieren die K. auch Eigen- und Koproduktionen. Die K. bieten mit einem Programm aus Tanz- und Sprechtheater, Performances, Lesungen, Ausstellungen, Filmvorführungen und Musikveranstaltungen eine Plattform für zeitgenössische Kultur in Bern. Erstmals wurde das Gebäude am 17.10.1987 durch das →STOP Performance Theater mit Heiner Müllers "Bildbeschreibung" (Regie: →Norbert Klassen) bespielt. Die offizielle Eröffnung erfolgte jedoch erst am 10.12.1987 mit einer Kulturwoche (Theater, Tanz, Pantomime, Konzerte). Zu Beginn traten vor allem freie Gruppen aus Bern auf, darunter →Babajaga, die →Commedia Bern, das →Mad Theater, das STOP Performance Theater, das →Théâtre pour le moment und das →Theater Oktopus. Anfänglich prägten zahlreiche Performances den Spielplan, bald wurde der Schwerpunkt jedoch vermehrt auf das Tanztheater gelegt. So zeigten neben vielen anderen die →Tanzcompagnie Flamencos en route, die Tänzerin →Eva Fuhrer, der Choreograf →Philippe Saire und die Performerin →Janet Haufler ihre Produktionen in den K. Ausserdem stehen Musiktheater- und Schauspielinszenierungen sowie Lesungen auf dem Programm. Die K. sind Aufführungsort zahlreicher Festivals, so fanden ab 1989 die Berner Tanztage, 1989–97 Danse Noël, 1995–97 →Tanz in Stücken sowie ab 2000 →Steps und Tanz@DZ dort statt; ausserdem ab 1990 das Festival für zeitgenössisches Theater Auawirleben, 1992, 1993 und 1995 das Performancefestival des STOP Performance Theaters, ab 1994 das kantonalbernische Schultheatertreffen und ab 2000 das Kinder- und Jugendtheaterfestival →Blickfelder. Zunächst wurden sie von September bis Juni bespielt, ab 1999 durchgängiger Betrieb. Verbandsmitglied: →KTV.

Auszeichnungen

  • 2002 Kulturpreis der Burgergemeinde Bern.

Spielstätte

Marzilistr. 47, 3005 Bern. Architekt: Eduard Joos, Bauherr: Elektrizitätswerk Bern. Baujahr: 1904. Bis 1973 als thermisches Kraftwerk betrieben, danach Nutzung als Lagerraum. Eröffnung als Kulturstätte: 10.12.1987. Zwei variabel nutzbare Räume: Bühne Turbinensaal: 15 m breit, 15 m tief, 7 m hoch, Platzkapazität: 200–412 Plätze; Bühne Kesselhaus: 12,6 m breit, 9,5 m tief, 5,6 m hoch, Platzkapazität: 100 Plätze. 1994 Teilsanierung, 1998–99 Gesamtsanierung durch das Architekturbüro Haltmeyer und Flückiger, Bern.



Autor: Thomas Keller



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Kelleer, Thomas: Kulturhallen Dampfzentrale, Bern BE, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1050–1051.