Kurt Bigger

Aus Theaterlexikon
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* 20.6.1933 Zürich.

Bis 1964 als kaufmännischer Angestellter tätig, daneben 1954/55 Sprachaufenthalt und Pantomimenkurs bei Pierre Sonnier und Roger Desmare in Paris, 1958 Sprachaufenthalt und Ballettunterricht bei Stella Karin in London, 1958/59 Pantomimenunterricht bei Etienne Decroux und Marcel Marceau in Paris. 1959–62 Ballettausbildung an der Ballettakademie in Zürich bei →Herta Bamert, 1960–63 Schauspielausbildung an der →Schauspielschule Zollikon, Zollikon ZH bei →Linde Strube. 1960 Auftritte mit der Truppe Junges Ballett Zürich (Leitung: Bamert), 1961 Mitwirkung in Roy Bosiers Pantomime "Le Trésor de l’avare" mit dem Teatro delle Arti Rom im →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH. 1962 eigenes Solopantomimenprogramm im "Hirschen" in Zürich, es folgten im gleichen Jahr erste Stückverträge, unter anderem an der Luzerner Märchenbühne sowie in Zürich am →Bernhard-Theater und im Kellertheater Spiegelgasse 22 (Clov in Becketts "Endspiel", Regie: →Maria von Ostfelden) und 1964 im →Theater an der Winkelwiese, Zürich ZH (Davies in Pinters "Der Hausmeister", Regie: von Ostfelden). 1964 aus familiären Gründen vorübergehende Aufgabe der Theaterlaufbahn und bis 1974 Tätigkeit bei der Turnus Film AG im zürcherischen Gutenswil in verschiedenen Funktionen. Dank der Förderung →Karl Suters in Produktionen der AG wie auch ausserhalb wieder Engagements als Schauspieler, beispielsweise spielte er 1968 in →Rolf Lyssys Regiedebüt "Eugen heisst wohlgeboren" die Titelrolle und in Suters "Holiday in Switzerland" den Engländer, weitere Film- und Fernsehrollen folgten. B. nahm auch bald wieder Theaterengagements wahr, so spielte er unter anderem 1968 Wiederkehr in →Paul Burkhards "Die kleine Niederdorfoper" im →Corso-Theater, Zürich ZH und 1969 diverse Rollen in →Hans Moeckel/→Hans Gmür/Suters Musical "Pfui Martina" im →Theater am Hechtplatz in Zürich (beide in Suters Regie), 1970 Tur-Tur der Scheinriese in →Jörg Schneider/Emil Mosers "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer" nach Michael Ende am →Opernhaus Zürich, Zürich ZH (Regie: Schneider; später weiterhin Mitwirkung in Märchenproduktionen des Opernhauses). 1975 übernahm B. die kaufmännische Leitung des →Theaters für den Kanton Zürich und trug bis 1977 zur finanziellen Stabilisierung des Theaters bei. Danach war er als Produktionsleiter der Abteilung Film bei der Black Box AG Zürich beschäftigt. Seit 1978 ist B. als freischaffender Schauspieler tätig. In den Jahren 1979–90 war er vor allem regelmässig am →Städtebundtheater Biel-Solothurn zu sehen. Er spielte dort Rollen wie den Heizer Kohut in Horváths "Der jüngste Tag" (Regie: →Rudolf Kautek), Mandelstam in Sternheims "Die Hose" (Regie: →Vilmos Désy), Sosias in Giraudoux’ "Amphitryon 38" (Regie: →Peter-Andreas Bojack), Brighella in Goldonis "Die venezianischen Zwillinge" (Regie: →Franz Matter), Bleichenwang in Shakespeares "Was ihr wollt" und den alten Bräker in →Herbert Meiers "Bräker" (Regie: Matter). Er trat unter anderem in Zürich weiterhin am Corso-Theater (als Wiederkehr in Burkhards "Die kleine Niederdorfoper"), am Theater am Hechtplatz, am Bernhard-Theater sowie am →Theater Heddy Maria Wettstein auf (1986 Kellner in Sartres "Geschlossene Gesellschaft" und 1987 Titelrolle in Streuls "Die Sternstunde des Josef Bieder", Regie beide: →Alex Freihart). Immer wieder nahm er Gastengagements am Theater für Vorarlberg in Bregenz an, beispielsweise spielte er dort 1984/85 Colonel Melkett in Peter Shaffers "Komödie im Dunkeln" (Regie: Freihart), 1985/86 den Attaché in →Bertolt Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" (Regie: →Bruno Felix). In Winterthur wirkte B. mehrfach in Produktionen des →Sommertheaters und des →Kellertheaters Goldige Schluuch mit, zudem Stückverträge an der Scala Theater AG Basel, am →Atelier-Theater, Bern BE, bei den Bregenzer Festspielen, an der Kellerbühne St. Gallen und an weiteren Theatern. Langjährige Verbandstätigkeit für den →SBKV, unter anderem Redaktionsmitglied der Zeitschrift "Ensemble".



Autorin: Simone Gojan



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gojan, Simone: Kurt Bigger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 200–201.