Kurt Guggenheim

Aus Theaterlexikon
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* 14.1.1896 Zürich, † 5.12.1983 Zürich.

1911–15 Ausbildung zum Kaufmann an der Kantonalen Handelsschule in Zürich. Eintritt ins väterliche Geschäft. 1919–24 Auslandsaufenthalte in Frankreich, England, Holland und Deutschland. Danach Redaktor beim "Schweizer Spiegel" und kurze Zeit Inhaber eines Buch- und Kunstantiquariats. Seit Beginn der dreissiger Jahre freier Schriftsteller, trat G. ab 1935 als Verfasser von Romanen, Erzählungen und Essays hervor. Insbesondere veröffentlichte er die Romane "Riedland" (1938) und mit der Tetralogie "Alles in Allem" (1952–55) eine Darstellung Zürichs im 20. Jahrhundert. Zum Broterwerb schrieb er Radiokritiken und Werbetexte. Die wenigen Dramen G.s wurden selten oder gar nicht gespielt. Am erfolgreichsten war "Der sterbende Schwan (Der Untergang der zweiten Eskader)", der 1943 am →Schauspielhaus Zürich uraufgeführt wurde (Regie: →Leopold Lindtberg, mit →Kurt Horwitz und →Wolfgang Langhoff). Das Stück wurde mit Respekt, da und dort auch mit Begeisterung aufgenommen und 1944 am →Stadttheater Basel nachgespielt (Regie: →Robert Troesch, wieder mit Horwitz). 1939–43 war G. Mitarbeiter der Praesens-Film AG in Zürich und wirkte, meistens in Zusammenarbeit mit →Richard Schweizer, bei zahlreichen Drehbüchern mit, unter anderem bei: "Wachtmeister Studer" (1939, Regie: Lindtberg); "Gilberte de Courgenay" (1941); "Wilder Urlaub" (1943, nach G.s gleichnamigem Roman, Regie: →Franz Schnyder). G. schrieb auch Hörspiele, etwa die populäre vierzigteilige Hörspielreihe "Familie Läderach" (1949–51). Weitere Bühnenwerke: "Der heitere Lebensabend" (Komödie in drei Akten, 1938); "Das Friedensfest" (Einakter, 1945); "Das Fähnlein der sieben Aufrechten" (nach →Gottfried Keller, Uraufführung 1956 am Kantonalen Schützenfest in Balsthal durch die →Dramatisch-literarische Gesellschaft Balsthal).

Auszeichnungen

  • 1955 Literaturpreis der Stadt Zürich,
  • 1950 und 1960 Preis der Schweizerischen Schillerstiftung,
  • zahlreiche Ehrengaben von Stadt und Kanton Zürich.

Literatur

  • Hauswirth, Alfred: K. G. Dissertation Zürich, 1971.

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich.


Autor: Tobias Hoffmann-Allenspach



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Hoffmann-Allenspach, Tobias: Kurt Guggenheim, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 766–767.

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