Kyburgbühne Thun, Thun BE

Aus Theaterlexikon
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Amateurtheater, Sprechtheater in Dialekt

Die K. wurde am 29.7.1945 als Amateurtheaterverein unter dem Namen "Heimatschutztheater Thun" in Thun gegründet. 1996 wurde sie in K. umbenannt. Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderen Rudolf Mühlethaler und der Regisseur Theo Melliger. Die "Förderung des guten Volkstheaters" war ein erklärtes Ziel des Vereins. Die K. produziert etwa ein abendfüllendes Stück pro Jahr. Inszeniert werden vor allem Lustspiele und ernste Schauspiele, 1946–87 zumeist unter der Regie von Melliger, seit 1990 ist Beat Kappeler Hausregisseur. Bis in die achtziger Jahre standen vor allem Werke von Schweizer Autoren im Vordergrund, darunter →Albert Jakob Weltis "Steibruch" (Gründungsaufführung 1945, weitere Inszenierungen zu Vereinsjubiläen), →Ernst Balzlis "Ds Hagmatt-Jümpferli" und "Der Schärer-Micheli", →Walter Eschlers "Tüflisches Chrut" und "Oberamtmann Effinger", →Simon Gfellers "Hansjoggeli, der Erbvetter" und "Geld und Geist", →Otto von Greyerz’ "Ds Schmocker Lisi" und "Der Chlupf", →Werner Gutmanns "Fahnder Hunziker" und "Galgevögel" sowie →Jakob Steblers "Streik im Narrehus" und "Füf Cherzli". 1995 wurde zum fünfzigjährigen Jubiläum der K. Fritz Mosers "Ds Amtsgricht vo Waschliwil" inszeniert. Ausserdem führt die K. Ein- und Zweiakter, vorwiegend Schwänke, bei anderen Vereinen sowie zu Jubiläums- und Betriebsfesten auf. Seit Anfang der neunziger Jahre wurden unter der Regie von Kappeler auch viele Stücke fremdsprachiger Autoren in Dialektbearbeitungen produziert, beispielsweise Popplewells "Schatz, i bi daa" ("Darling, I’m home") und John Patricks "Gspässigi Lüt" ("The Curious Savage"). Nach Auftritten im Hotel "Freienhof" und in Gasthöfen folgte 1988/89 der Einzug ins "Kleintheater Alte Oele" in Thun. Die K. erhält keine Subventionen, sie finanziert sich durch Mitglieder- und Sponsorenbeiträge sowie Spenden und Eintrittsgelder. Die Betriebsführung erfolgt durch den Vereinsvorstand. Seit 1985 ist Daniel Anderes Vereinspräsident. Verbandsmitglied: →ZSV.

Spielstätte

Kleintheater Alte Oele, Freienhofgasse 10, 3600 Thun. Architekt: Roost Büro, Bern. 1987 erbaut. Guckkastenbühne. Platzkapazität: 150 Plätze. Bühnenraum: 6 m breit, 4 m tief, 4 m hoch; Portal: 5,5 m breit, 3,6 m hoch; Seitenbühne: 1–2 m; Hinterbühne: 1 m.

Literatur

  • Mühlethaler, Rudolf: Jubiläumsschrift 50 Jahre Heimatschutztheater Thun, 1995.


Autor: Christoph Schick



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Schick, Christoph: Kyburgbühne Thun, Thun BE, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1063–1064.