Labanschule für Bewegungskunst

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rudolf von Laban eröffnete Anfang 1915 den Laban-Garten im zürcherischen Hombrechtikon, eine Reformbildungsstätte für Kinder und Jugendliche mit Selbstversorgung und Kunsterziehung in Tanz-Ton-Wort, die im April 1916 aus Schülermangel wieder geschlossen werden musste. Erfolgreicher war seine Schule für Bewegungskunst in Zürich. Sie wurde im März 1915 mit einem Kurs­angebot in Wort (Schauspiel- und Sprechvortrag), Ton (Gesang- und Instrumentalmusik), Form (Kunstgewerbe) und Tanz (Bewegungskunst: Tanz und Pantomime sowie Filmdarstellung) und einem Vortragszyklus an der Ötenbachstrasse 24 (Urania-Gebäude) eröffnet. Schon im April stellte sie sich im Kaufleutensaal mit der ersten Schulaufführung vor, im Mai wurden zusätzliche Räumlichkeiten an der Seehofstrasse bezogen. Ab Juli 1915 wurde an der Seegartenstrasse 2 unterrichtet, vor allem von seinen Schülerinnen →Mary Wigman, →Katja Wulff und →Suzanne Perrottet. Diese traten auf, choreografierten und reiften zu eigenständigen Tanzschaffenden heran. Laban selbst hielt Vorlesungen, publizierte die Schulmitteilungen und choreografierte für Schulvorstellungen wie 1916 "Der Spielmann", 1917 "Die Wunderblume" und 1918 "Die Grimasse des Sultans". Zu den Absolventinnen und Absolventen zählten →Sophie Taeuber-Arp, Maria Vanselow und Maja Kruscek vom →Dada-Kreis, →Berthe Trümpy, Dussia Bereska, Klara Walther (→Claire Therwal), →Vera Skoronel, →Nina Macciacchini, →Ernst Anton Mohr und Emmy Sauerbeck, die Labans Ideen in den zwanziger Jahren in Deutschland und der Schweiz verbreiteten. Zeitweise trainierten hier auch →Alexander Sakharoff und seine spätere Frau Clothilde von Derp. 1918 verkaufte Laban die Schule für 30’000 Franken an Perrottet, die sie zunächst gemeinsam mit Wulff, dann allein weiterführte, in "Schule für Eurhythmie" umtaufte und sie immer mehr durch ihren persönlichen Unterrichtsstil prägte. 1920 aus finanziellen Gründen Umzug an die Kreuzbühlstrasse 46.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Labanschule für Bewegungskunst, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1065–1066.