Laienspielbühne Frauenfeld, Frauenfeld TG

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Amateurtheater, vorrangig Sprechtheater in Dialekt

Die L. wurde am 1.7.1969 auf Initiative von Hans Stadler, dem ersten Vereinspräsidenten und späteren Ehrenpräsidenten, gegründet. Sie produzierte zunächst jeweils im Frühjahr und Herbst ein Stück. Auf dem Spielplan standen vor allem Lustspiele, Schwänke und Volksstücke, beispielsweise 1981 Hans Wältis "Urchigi Choscht", 1982 Fritz Kleins "Dä Huustyrann", 1988/89 →Schaggi Streulis "Pension Edelwyss" und 1989/90 →John Knittels "Via Mala", ausserdem einige Kriminalkomödien. Ab 1995 wurde wegen abnehmender Mitglieder- und Publikumszahlen nur noch ein Stück pro Jahr gezeigt, 1999–2001 fanden keine Aufführungen statt. 2002 nahm die L. mit einem reduzierten Vorstand ihre Tätigkeit mit "Drei Männer im Schnee" nach Kästner wieder auf. Die Gruppe tritt in Frauenfeld zumeist im Casino, aber auch in der Mehrzweckhalle Oberwiesen auf. Zudem finden Gastspiele bei Anlässen von anderen Vereinen statt. Die L. hat zwei künstlerisch unabhängige Unterabteilungen: 1974 wurde das aus Kindern und Jugendlichen bestehende "Jugendtheater Frauenfeld" gegründet, das 2001 in "Kindertheater Floh" umbenannt wurde. Nach mehreren anfänglichen Führungswechseln übernahm 1982 Alice Hofmann die Leitung. Jeweils zu Weihnachten zeigte die Gruppe erfolgreich Dialektbearbeitungen klassischer Märchen im Casino, beispielsweise 1978 "s’Rumpelstilzli", 1982 "König Drosselbart" und 1985 "Frau Holle". Seit 1991 werden unter der Leitung von Jörg Bernhard (Regie, zum Teil auch Textbearbeitung) Dialektfassungen neuerer Kinderliteratur inszeniert, unter anderem 1992 Lindgrens "Pippi Langstrumpf", 1996 Rudyard Kiplings "Das Dschungelbuch" und 1999 zum 25-jährigen Jubiläum das Musical "Gut gebrüllt, Löwe" nach Max Kruse. Die Aufführungen finden ebenfalls im Casino in Frauenfeld statt. Seit 1996 geht die Gruppe zudem jährlich im Kanton Thurgau auf Tournee. Sie tritt auch mit Sketchprogrammen auf und führt Theaterlager und Improvisationskurse durch. Sie finanziert sich durch Sponsorenbeiträge und Eintrittsgelder. 1994 gründete die L. als weitere Unterabteilung die "Seniorenbühne Frauenfeld", als deren Obmann der Ehrenpräsident Stadler fungiert. Gespielt werden ausschliesslich altersbezogene Stücke in Dialekt, beispielsweise 1999 "D’Wält gaht under" sowie 2001 Elias Salvisbergs "Köbi der Neurentner" und Erika Durley-Brauchlis "Mueter". Die Mitglieder übernehmen alle Aufgaben wie Regie, Ausstattung und Organisation. Als Spielort dient das Casino in Frauenfeld. Es finden zudem Gastspiele, vorwiegend bei Altersnachmittagen, in verschiedenen Orten im Kanton Thurgau statt. Die "Seniorenbühne" finanziert sich durch eigene Mittel. Verbandsmitglied: →ZSV.

Auszeichnungen

  • 1993 Anerkennungspreis der Stadt Frauenfeld (für die L.).


Autor: Sigi Blarer



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blarer, Sigi: Laienspielbühne Frauenfeld, Frauenfeld TG, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1068.