Laszlo Csabay

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* 31.12.1907 Békéscsaba (H), † 16.3.1989 in den USA.

Arbeitete nach dem Abitur zunächst als kaufmännischer Angestellter. Gesangsstudien an der Franz-Liszt-Akademie Budapest, bei Fritz Feinhals in München und Edoardo Garbin in Mailand. C. debütierte 1932 bei der Deutschen Musikbühne, einer Wanderoper, mit der er Belgien, Deutschland und Estland bereiste. Später trat er mit →Richard Tauber und einem Wiener Ensemble in Ägypten auf. Stückverträge banden ihn anschliessend an das Stadttheater von Teplitz-Schönau und das Erkel-Theater Budapest, bevor er 1937/38 mit der Salzburg Opera Guild Tourneen durch Kanada und die USA unternahm. Weitere Engagements 1938–42 am →Stadttheater Bern, Bern BE und 1942–46 am →Stadttheater Zürich. Obwohl C. dank seiner grossen darstellerischen Qualitäten die geeignetsten Aufgaben als Tenorbuffo und Charaktertenor fand, übernahm er dank seiner wohl klingenden Stimme immer wieder Partien des lyrischen Fachs. So sang er nicht nur den Marquis de Corcy in Adams "Le Postillon de Lonjumeau", Jaquino in Beethovens "Fidelio", Beppe in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", Pedrillo in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" und Monostatos in dessen "Zauberflöte", Fürst Schuiski in Mussorgskys "Boris Godunow", die vier Diener in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann", Wenzel in Smetanas "Die verkaufte Braut" und David in →Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg", sondern auch Lorenzo in Aubers "Fra Diavolo", Camille de Rosillon in Lehárs "Die lustige Witwe", Tamino in Mozarts "Die Zauberflöte", Alfred in Johann Strauß’ "Die Fledermaus" und Herzog Guido in dessen "Nacht in Venedig", Henry Morosus in Richard Strauss’ "Die schweigsame Frau" sowie die Verdi-Rollen Fenton in "Falstaff", Cassio in "Otello" und Duca di Mantova in "Rigoletto". Höhepunkte seiner Tätigkeit am Stadttheater Zürich waren auch die Uraufführung von →Paul Burkhards "Casanova in der Schweiz" (1943 als Leduc, Regie: →Hans Zimmermann, musikalische Leitung: →Victor Reinshagen) und die deutschsprachige Erstaufführung von Gershwins "Porgy and Bess" (1945 als Sporting Life, Regie: →Karl Schmid-Bloß, musikalische Leitung: Reinshagen). Zwischen 1941 und 1945 sang C. als Gast am →Grand Théâtre in Genf, unter anderem Ferrando in Mozarts "Così fan tutte" und Prinz Felix in Schubert/→Otto Maag/→Felix Weingartners "Schneewittchen". Bereits 1940 wurde ihm ein Engagement in den USA angeboten, das sich aber erst nach dem Krieg verwirklichen liess: Nach ersten Verpflichtungen in Central City und New Orleans wurde C. 1946 von General Manager Edward Johnson an die Metropolitan Opera New York engagiert. Bis 1951 sang er dort – nun unter dem Namen Leslie Chabay – in über 280 Vorstellungen, wobei zu seinen wichtigsten Aufgaben Mime in Wagners "Das Rheingold" und "Siegfried" zählten. Weitere Gastverpflichtungen an der San Francisco Opera und der Lyric Opera of Chicago. Sang auch in Konzerten. Mehrere Einspielungen auf Tonträger. 1955–76 Lehrtätigkeit am Department of Music der Washington University.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Laszlo Csabay, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 417–418.

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