Leo Delsen

Aus Theaterlexikon
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* 13.6.1888 Mohilew (Mogilev, heute: BY), † 11.12.1954 Solothurn, eigentlich Samuel Leiser Idelson.

Er besuchte das Konservatorium München und bildete sich bei Paul Bender zum Bassisten aus. Nach ersten Engagements an den Stadttheatern Heidelberg und Mährisch-Ostrau war D. 1915–17 am →Stadttheater Zürich und 1918–27 als erster Bassist am →Stadttheater Bern, Bern BE engagiert, wo er auch Regie führte. Einige seiner wichtigsten Partien waren Masetto in Mozarts "Don Giovanni", Sparafucile in Verdis "Rigoletto" sowie Hunding in →Richard Wagners "Walküre" und Titurel in dessen "Parsifal". Auf D.s Initiative wurde 1927 das →Städtebundtheater Biel-Solothurn gegründet, das er bis zu seinem Tod als Direktor leitete und wo er auch als Sänger und Regisseur wirkte. Neben dem Schauspielensemble verpflichtete D. ein Opern- und Operettenensemble, zudem ein fest engagiertes Kammerorchester von Berufsmusikern. Er setzte sich für die regelmässige Aufführung von Opern – pro Spielzeit rund acht von insgesamt 39 Produktionen – ein. Zahlreiche Uraufführungen fanden während seiner Direktion statt, darunter 1929 →Richard Flurys Oper "Eine florentinische Tragödie" (die er selbst inszenierte) und 1939 Paul Schoops Operette "Der Glückstrompeter". Die zeitgenössische Dramatik war ihm ebenfalls ein besonderes Anliegen; uraufgeführt wurden unter anderem →Werner Johannes Guggenheims "Bomber für Japan" (1938), "Frymann" (1939) und "Die Liebe der Angela Borgia" (1942) sowie →Fritz Hochwälders "Das heilige Experiment" (1943) und "Der Flüchtling" (1945).

Literatur

  • Gojan, Simone/Krafka, Elke (Hg.): Theater Biel Solothurn – Théâtre Bienne Soleure, 2004.

Nachlass

  • Zentralbibliothek Solothurn.


Autorin: Ingrid Bigler-Marschall



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigler-Marschall, Ingrid: Leo Delsen, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 445.

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