Leopold Huber

Aus Theaterlexikon
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* 20.10.1955 Harrau (A). ∞ →Astrid Keller, Schauspielerin.

Ausbildung zum Textiltechniker, drei Semester Studium der Psychiatrie und Psychologie an der Universität Wien. 1976–79 Regie- und Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Danach war H. 1979–81 als Regieassistent am →Stadttheater St. Gallen tätig (eigene Inszenierung von Achternbuschs "Ella zu St. Katharinen"). Seit 1981 arbeitet H. freischaffend als Autor, Film- und Theaterregisseur. Er inszenierte unter anderem am Stadttheater Ingolstadt, am →Theater Heddy Maria Wettstein in Zürich (1983 Margarethe Krajaneks Monodrama "Eine gebrochene Frau", nach Simone de Beauvoir), am Theater für Vorarlberg/Vorarlberger Landestheater in Bregenz (1986 Büchners "Woyzeck" und 2003 Shakespeares "Romeo und Julia"), am Landestheater Linz (1986 Mitterers "Besuchszeit", 1987 Uraufführung von Mitterers "Heim" und 1992 Uraufführung von Harald Kislingers "Moldaublick"), am Landestheater Salzburg (1997 Nestroys "Einen Jux will er sich machen" und 2000 dessen "Mädl aus der Vorstadt"), am Ulmer Theater (2002 Goldonis "Der Diener zweier Herren") und am Neuen Stadttheater Bozen (2003 →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper"). 1990 war H. Mitglied des Gründungsensembles des →Seeburg-Theaters Kreuzlingen (als Dramaturg). Seit 1993/94 leitet er das Theater gemeinsam mit Keller und ist für fast alle Stückbearbeitungen und die Regie verantwortlich. Er inszenierte dort beispielsweise 1995 Büchners "Leonce und Lena", 1997 →Friedrich Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame", 1998 Ibsens «Nora oder Ein Puppen­heim», 1999 die Uraufführung von →Philipp Engelmanns "Grosse Fische, kleine Fische", 2000 Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung", 2001 Molières "Tartuffe" und 2004 Engelmann/H.s "Kalter Krieg und heisse Würstli". 1982 realisierte er seinen ersten Film "Hirnbrennen", 1990 folgte "Mirakel". Weitere Filmarbeiten unter anderem 1994 "Vater, lieber Vater", 1996 "Jeden 3. Sonntag". Auch Hörspielarbeiten (unter anderem: 1985 "Aschenregen", Schweizer Radio DRS; 1987 "HeimSuchung", Schweizer Radio DRS, ORF, Rias-Berlin). H. schrieb zudem Drehbücher (beispielsweise für die oben genannten Filme), Prosa und Gedichte.

Auszeichnungen

  • 1983 Förderpreis des Concorde Filmverleihs, München,
  • 1988 Autorenförderpreis des Migros-Genossenschafts-Bunds (Kulturprozent),
  • 1991 Festival Award for Artistic Excellence in Chicago für "Mirakel" sowie diverse Auszeichnungen für diesen Film in Europa,
  • 1991 Werkbeiträge der Kulturstiftung Pro Helvetia und der Kulturstiftung des Kantons Thurgau.

Literatur

  • H., L.: Lust und Frust in der Provinz. 11 Jahre Freie Theaterarbeit, 2001.


Autorin: Simone Gojan



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gojan, Simone: Leopold Huber, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 881–882.

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