Lilly Roggensinger

Aus Theaterlexikon
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* 11.2.1916 Basel, auch Lilli und Lillie R.

Kinderrollen am →Stadttheater Basel und Klavierausbildung am →Konservatorium Basel. Nach einem Gastspiel der Ballets Jooss mit "Der grüne Tisch" entschloss sich R., Tänzerin zu werden. Fünf Jahre Ballettausbildung in London, zunächst kurze Zeit bei Nikolaj Legat und Marie Rambert, dann an der Mayfair School of Dancing, Singing and Acting. Wegen des Kriegsausbruchs konnte R. 1939 das bereits verhandelte Engagement bei Kurt Jooss nicht antreten, blieb als Solotänzerin in Basel und tanzte in den Balletteinlagen der Opern und Operetten. Anspruchsvollere Auftritte ab 1940 unter dem Ballettmeister Walter Kleiber. Interessante Rollen erhielt R. von den Choreografinnen →Marie-Eve Kreis 1944 in "Die Prinzessin und der Schweinehirt" (Musik: →Edward Staempfli) und von →Mariette von Meyenburg 1942 in "Combattimento di Tancredi e Clorinda" (Musik: Monteverdi), in "Ein Totentanz zu Basel im Jahre 1943" (Musik: →Frank Martin) und 1945 in "Daphne" (Musik: →Peter Mieg), "Traum" (Musik: Tschaikowsky) und "Jeux" (Musik: Debussy). R. blieb unter →Heinz Rosen bis 1946 am Stadttheater Basel engagiert und brillierte als versierte Tänzerin und überzeugende Darstellerin 1946 in Manuel de Fallas "Der Dreispitz" sowie in der Titelrolle von Léo Delibes’ "Coppélia". 1946 beendete R. ihre Tanzkarriere aus familiären Gründen, trat aber 1948 nochmals am Stadttheater Basel und 1951 am →Schauspielhaus Zürich auf. Beendigung der Tanzkarriere (einzelne Auftritte 1948 und 1951) und Familiengründung. Von den fünfziger Jahren bis 1990 unterrichtete sie an ihrer eigenen Ballettschule in Basel.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Lilly Roggensinger, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1512.

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