Linde Strube

Aus Theaterlexikon
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* 12.6.1907 Magdeburg (D), † 15.5.1986 Münchenstein BL. ∞ 1942 Walter Hobohm, Schauspieler und Schriftsteller.

Aufgewachsen in Magdeburg und im schwedischen Västergötland. Schauspielunterricht bei Erich Pabst in Osnabrück und an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin bei →Hermann Vallentin und Milly Halden; Bühnenreifezeugnis 1931. Erstes Engagement während der Ausbildung 1929 am Harzer Bergtheater in Thale (Titelrolle in Kleists "Das Käthchen von Heilbronn"). Stückverträge an der Freilichtbühne Friedrichshagen, am Künstlertheater und am Schillertheater in Berlin. Engagements 1932/33 am Schauspielhaus Potsdam, 1933/34 am Städtebundtheater Neuß am Rhein, 1934/35 am Stadttheater Hanau, 1935/36 am Landestheater Kolberg, 1936–38 am Grenzlandtheater Flensburg. 1938 Flucht ihres jüdischen Freundes nach England. S. erhielt nur noch Stückverträge, so am Thalia-Theater in Hamburg und an den Städtischen Bühnen Wuppertal. Dazwischen Filmarbeit bei der UFA mit Emil Jannings. Ab 1942 bis zum Kriegsende an Fronttheatern in Norwegen, auf dem Balkan und in Russland. Dort lernte sie den Musiker Viktor Swetschnikow kennen, mit dem sie nach dem Krieg in die Schweiz übersiedelte. Nach seinem Tod 1956 kehrte S. wieder in ihren Beruf zurück und unterrichtete bis 1960 am →Bühnenstudio Zürich. 1960 gründete sie die →Schauspielschule Zollikon, die sie bis zu deren Auflösung 1969 leitete. Am 18.9.1965 wurde unter S.s Leitung "Das Schauspiel Zollikon" in der Rothfluhstrasse 4 in Zollikon eröffnet, an dem vor allem fortgeschrittene Schülerinnen und Schüler der Schauspielschule auftraten. S. erhielt in der Schweiz einige Hörspielrollen und spielte die Mutter Turmann in der Fernsehproduktion von →Cäsar von Arx’ "Der Verrat von Novara". 1966/67 war sie auf Tournee mit der →Schauspieltruppe Zürich, 1967/68 spielte sie beim Kammerspielkreis Lübeck, 1968–70 hatte sie Stückverträge als Schauspielerin und Regisseurin am Zimmertheater Rottweil, 1969/70 Schauspielerin am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (unter anderem Marzelline in Beaumarchais’ "Ein toller Tag", Mutter Turmann in von Arx’ "Der Verrat von Novara", Nell in Becketts "Endspiel", Honoria Dodd in O’Haras "Heiraten ist immer ein Risiko", Idiot Karl in Büchners "Woyzeck"), 1970–76 sowie 1977/78 und 1984/85 Gastschauspielerin an der Landesbühne Rheinland-Pfalz in Neuwied, 1977–84 erneut gastweise Regisseurin und Schauspielerin am Zimmertheater Rottweil. S. gastierte zudem 1980/81 und 1985/86 am Städtebundtheater Biel-Solothurn (1985 Martha Brewster in Kesselrings "Arsen und Spitzenhäubchen" mit →Jenny Rausnitz als Abby, Regie: →Peter-Andreas Bojack), 1984/85 am Theater für Vorarlberg in Bregenz und 1983–86 am Tiroler Landestheater Innsbruck.



Autor: Kurt Bigger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Bigger, Kurt: Linde Strube, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1770–1771.

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