Lola Lorme

Aus Theaterlexikon
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* 23.12.1883 Wien (A), † 20.2.1964 Bern, eigentlich Lola Nadel.

Studium der Literatur, Musik und Kunstgeschichte an der Universität Wien. Seit 1907 journalistisch tätig (für diverse Wiener Tageszeitungen, den "Bayerischen Staatsanzeiger" und für Radio Wien). L. war Schriftstellerin und Dramatikerin, machte sich aber vor allem als Übersetzerin der Werke Goldonis einen Namen, da sie seine Stücke nicht als reine Commedia-dell’arte-Texte, sondern als Charakterkomödien verstand. Ihr erstes eigenes Schauspiel war "Premiere", es folgten unter anderem "Glatteis", "S. Wilhelm. Wiener Wandelbilder" (gemeinsam herausgegeben mit und eingeleitet von Heinrich Glücksmann, 1912), "Rings um die Operette" (1929), "Österreichische Klöster. Eine Pilgerfahrt" (1929), "Dopolavoro. Gestaltung der Freizeit nach der Arbeit" (1934). Als Übersetzerin wurde sie mit Pisanis "Elisabeth und Robert. Die Geschichte einer Liebe" (1941), Marnis "Mutter und Tochter" (1912), Leravs "Santa Lucia" (1913), Pineros "Wer hat sie geküsst" (1913), Foleys "Der Rotkopf" und den Dramen Goldonis (4 Bände, 1957–59) bekannt. In L.s Bearbeitung wurde unter anderem am →Schauspielhaus Zürich 1936 und 1947 Goldonis "Der Lügner" (Regie: →Oskar Wälterlin), 1941 "Das Kaffeehaus" und 1957 Goldonis "Bettina oder das ehrbare Mädchen" (Regie: →Leonard Steckel) aufgeführt, am →Stadttheater Bern 1944 "Der Impresario von Smyrna" (Regie: →Marc Doswald), 1948 "Der Lügner" (Regie: →Paul Kalbeck), am →Städtebundtheater Biel-Solothurn 1959 "Der Rappelkopf" (von L. zusammen mit →Margarethe Schell-von Noé bearbeitet) und am →Stadttheater St. Gallen 1949 "Der Diener zweier Herren" (Regie: →Karl Ferber), 1951 "Frau Wirtin" (Regie: Willy Moog) und 1964 "Die Frauen von Chioggia" (von L. zusammen mit Schell-von Noé bearbeitet, Regie: Ferber), 1984 am → Winterhur "Die venezianischen Zwillinge". L. emigrierte 1938 nach Florenz, wo sie als Korrespondentin für den Berner "Bund" tätig war, 1947 zog sie nach Bern, wo sie bis zu ihrem Tod lebte.

Nachlass

  • Teilnachlass in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern.


Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Lola Lorme, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1132.

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