Lothar Drack

Aus Theaterlexikon
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* 27.9.1952 Würenlingen AG.

1974 Erwerb des Zürcher Primarlehrerpatents, 1978 Diplom als Psychomotoriktherapeut. Ab 1975 Beschäftigung mit Bewegungstheater und mit den Ausdrucksformen des modernen Figurentheaters. In Zusammenarbeit mit →Werner Bühlmann entstand als erste Inszenierung das Märchenspiel "Lubomir". Ende der siebziger Jahre gründeten D. und Bühlmann in Zürich die Figurentheaterbühne "Marottechischte" und inszenierten Prokofjews "Peter und der Wolf" (offen geführte Stab- und Fadenpuppen, Figuren: Bühlmann); 1981 zeigten sie die Produktion erneut, diesmal begleitet von einem Kammerensemble (Musikeinrichtung: Dieter Jordi, musikalische Leitung: Käthi Gohl). 1986 brachte die "Marottechischte" eine Inszenierung von Debussys "La Boîte à joujoux" heraus (Vorpremiere 1985 als Berner Jugendkonzert im →Konservatorium für Musik in Bern, mit Masken, grossen Stabpuppen und Marionetten, Version für Klavier, unterstützt von der Stiftung Kind und Musik), die an verschiedenen Orten der Schweiz und in Deutschland gezeigt und 1988 vom Schweizer Fernsehen DRS aufgezeichnet wurde. Im Rahmen der Ausstellung zum 100. Geburtstag von →Otto Morach betraute das Kunstmuseum Solothurn D. mit der künstlerischen Leitung der Rekonstruktion der Inszenierung von Debussys "La Boîte à joujoux", die 1918 für das Marionettentheater innerhalb der Schweizerischen Werkbund-Ausstellung in Zürich geschaffen worden war und für die Morach damals die Ausstattung entworfen hatte. Nun studierte ein Ad-hoc-Ensemble das Marionettenballett mit eigens angefertigten Duplikaten der Marionetten und Bühnenbilder ein. Da es 1918 offenbar nicht gezeigt worden war, kam es erst dank dieses Rekonstruktionsauftrags des Kunstmuseums Solothurn 1988 zur Uraufführung. Begleitend erschien D.s Schrift "Otto Morach. Seine Arbeit für das Marionettentheater ‹La Boîte à joujoux’"(1988). Das Kuratorium für Kulturpflege des Kantons Solothurn dokumentierte die Rekon­struktion der Inszenierung auf Video. Ausserdem wirkte D. 1985/86 in der Drei-Mann-Produktion "Biskuit" zusammen mit →Peter Honegger und Markus Brandenberg mit. 1989 wurde der Betrieb der "Marottechischte" eingestellt, und D. wandte sich einer gestalterischen Ausbildung zu. 2001 übernahm er, zunächst gemeinsam mit Arlette Richner (bis Herbst 2002), die Leitung des →Figura Theaterfestivals in Baden.



Autor: Gustav Gysin



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gysin, Gustav: Lothar Drack, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 482.

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