Lucia Corridori

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 9.1.1899 Luzern, † 21.12.1976 Luzern.

Als Jugendliche Klavier- und Gesangsausbildung in Luzern bei Margarete Luternauer und Marietta Amstad. Später Gesangsstudien in Mailand am Conservatorio Giuseppe Verdi und privat bei Elisa Petri und Vittorino Moratti sowie in Zürich bei Ilona Durigo, dramatischer Unterricht bei Marie Gutheil-Schoder in Wien und Salzburg. Debüt als Konzertsängerin 1924 in Luzern. Ihr erstes Bühnenengagement hatte C. 1929–31 am Stadttheater Görlitz, wo sie mit der Königin der Nacht in Mozarts "Die Zauberflöte", Zerbinetta in Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos" und Gilda in Verdis "Rigoletto" erste Fachpartien für Koloratursopran übernahm. 1931/32 gehörte C. zum Ensemble des →Stadttheaters Zürich. Dort sang sie unter anderem Gilda, Idamante in Mozarts "Idomeneo", Violetta Valéry in Verdis "La Traviata", Donna Mercedes in Hugo Wolfs "Der Corregidor" und Helge von Laudenheim in der Schweizer Erstaufführung von Pfitzners "Das Herz" (1932, Regie: →Hans Zimmermann, musikalische Leitung: Robert Kolisko). 1932–47 wirkte C. als ständiger Gast am →Stadttheater Luzern. Zu ihren wichtigsten Partien zählten dort Madeleine in Adams "Le Postillon de Lonjumeau", Myrtocle in d’Alberts "Die toten Augen", die Mozart-Rollen Donna Elvira in "Don Giovanni", Konstanze in "Die Entführung aus dem Serail", Contessa Almaviva in "Le nozze di Figaro" sowie Idamante und Königin der Nacht, Mimì in Puccinis "La Bohème", Zerbinetta in Richard Strauss’ "Ariadne auf Naxos" (beide Fassungen), Philine in Thomas’ "Mignon", die Verdi-Rollen Leonora in "La forza del destino", Leonora in "Il Trovatore" sowie Gilda und Violetta Valéry, Agathe in Webers "Der Freischütz", Dorota in Jaromír Weinbergers "Schwanda der Dudelsackpfeifer" sowie Carmela in der deutschsprachigen Erstaufführung von Giordanos "Mese Mariano" (1932/33, Regie: Max See, musikalische Leitung: →Alexander Krannhals). Gastverpflichtungen führten C. nach Darmstadt, Strassburg, ans →Stadttheater Basel (Konstanze und Violetta Valéry), ans →Stadttheater Bern, Bern BE (Königin der Nacht) und ans →Stadttheater St. Gallen (Königin der Nacht). Zahlreiche Konzertverpflichtungen im In- und Ausland (unter anderem bei den Salzburger Festspielen 1935 und 1936). Ausserdem wirkte C. als Gesangspädagogin am Konservatorium Luzern.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Corridori, Lucia, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 410.

Normdaten