Lucia Isenring

Aus Theaterlexikon
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* 7.2.1952 Ilanz GR. ∞ I. Patrice Montagnon, Tänzer, Choreograf, ∞ II. Egon Madsen, Tänzer, Choreograf, Ballettdirektor.

Begann mit Kinderballett an der →Schweizerischen Theatertanzschule am →Stadttheater Zürich bei →Maya Kübler und →Michel de Lutry und wurde von →Trudy Hadorn an der Ecole de danse von →Helmut Vetter in Zürich ausgebildet. 1969 wechselte sie an die Württembergischen Staatstheater Stuttgart, wurde als Elevin engagiert und lernte gleichzeitig an der John Cranko Schule. Sie blieb bis 1981 Mitglied des Stuttgarter Balletts, ab 1975 als Solistin. I. zeichnete sich als hervorragende Interpretin von Klassikern und Werken John Crankos und durch unzählige Rollenkreationen in Choreografien von William Forsythe, Jiří Kylián, Glen Tetley, Kenneth MacMillan und John Neumeier aus. Teilnahme an allen internationalen Tourneen und Gastspielen. 1981–84 war sie erste Solistin beim Frankfurter Ballett und 1984–86 im Königlich Schwedischen Ballett Stockholm, beides unter Egon Madsen, und tanzte auch in der Uraufführungsbesetzung von Birgit Cullbergs "Der Kampf um die Königskrone". 1987 kam sie ans →Opernhaus Zürich und interpretierte Hauptrollen in Choreografien von →Uwe Scholz wie "Suite" und "Klavierkonzert" (Musik beide: Rachmaninow), Haydns "Die Schöpfung" und Delibes’ "Coppélia". Ihre aussergewöhnliche Darstellungskunst bewies sie vor allem in der eindrücklichen Interpretation der Mathilde de la Mole in "Rot und Schwarz" (nach dem gleichnamigen Roman von Stendhal, Musik: Berlioz) und des Mädchens (Dirne) in Bartóks "Der wunderbare Mandarin". Ein Bühnenunfall in Zürich beendete 1989 abrupt ihre einzigartige Tänzerinnenkarriere. I. bildete sich bei Alexander Ursuliak in Stuttgart zur Pädagogin aus, unterrichtet an der John Cranko Schule und 1997/98 an der Ballettschule der Oper Leipzig.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Lucia Isenring, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 909–910.

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