Lutz Altschul

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* 24.7.1899 Baden bei Wien (A), † 3.4.1975 Zürich, eigentlich Louis Victor von Arco.

Offizier im Ersten Weltkrieg. Schauspielausbildung bei Albert Heine in Wien. Erstes Engagement 1919/20 am Stadttheater Olmütz, dann 1920–23 am Alten Theater Leipzig, 1924–25 am →Schauspielhaus Zürich, Zürich ZH (unter anderem Titelrolle in Shakespeares "Romeo und Julia"; Dunois in der Schweizer Erstaufführung von Shaws "Die heilige Johanna", Regie: →Franz Wenzler), 1925–33 an verschiedenen Berliner Bühnen, darunter am Deutschen Theater, an den Barnowsky-Bühnen und am Kabarett der Komiker, daneben ab 1922 diverse Filmrollen (1927 Sacco in "Sacco und Vanzetti"). Als "nichtarisch" aus der Reichstheaterkammer und der Reichsfilmkammer ausgeschlossen. 1933/34 Engagement am Deutschen Theater Mährisch-Ostrau, danach auf Tournee und als Gast am Theater in der Josefstadt in Wien. 1938/39 unter der Direktion von →Oskar Wälterlin am Schauspielhaus Zürich (unter anderem Aeneas in Shakespeares "Troilus und Cressida", Regie: Wälterlin; Franz von Sickingen in Goethes "Götz von Berlichingen", Regie: →Leopold Lindtberg; Bordier in Paul Géraldys "Duo", Regie: →Fritz Delius). 1939 Emigration in die USA, Schauspieler bei den Continental Players und an der Freien Bühne in Los Angeles, über fünfzig zumeist kleine Filmrollen unter dem Namen Louis V. Arco (unter anderem 1942 Flüchtling in "Casablanca" mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart, 1944 deutscher Offizier in "The Big Noise" mit Stan Laurel und Oliver Hardy), daneben als Taxichauffeur tätig. Nach dem Kriegsende Rückkehr in die Schweiz: 1946/47 erneut am Schauspielhaus Zürich (unter anderem 1946 Buddy Lawrence in der Uraufführung von →Carl Zuckmayers "Des Teufels General", Regie: →Heinz Hilpert), dort auch 1953–55, 1963–65 und 1969/70 als Gast. Ab 1949 trat A. mehrmals am →Bernhard-Theater, Zürich ZH auf (1949 unter dem Namen Lutz Arco in Brandon Thomas’ Schwank "Charleys Tante", Regie: Paul Kemp), dann auch am →Theater am Central, Zürich ZH. In der Spielzeit 1955/56 gehörte A. zum Ensemble des →Stadttheaters Luzern (Octavio Piccolomini in Schillers "Wallensteins Tod", Regie: →Ernst Dietz; der alte Bernd in Hauptmanns "Rose Bernd" mit →Margrit Winter; Lord Caversham in Wildes "Ein idealer Gatte"; Mr. Oskira in Patricks "Das kleine Teehaus", Regie: →Erwin Kohlund; Gloster in Shakespeares "König Lear", Regie: Dietz), dort gastierte er 1972 erneut als Kammerdiener des Fürsten in Schillers "Kabale und Liebe" (Regie: →Frederik Ribell). Dazwischen spielte A. auch in Graz, 1951/52 am Landestheater Salzburg, 1958–60 an den Städtischen Bühnen Gelsenkirchen sowie auf Tourneen und in diversen bundesdeutschen Filmen.



Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Lutz Altschul, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 42.

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