Madeleine Stierli

Aus Theaterlexikon
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* 19.12.1945 Genf.

Ab 1955 Ausbildung an der Ballettschule des →Stadttheaters Basel unter Marianne Parnitzki. 1961–66 war S. Elevin und Tänzerin bei →Wazlaw Orlikowsky am Stadttheater Basel und interpretierte schon mit neunzehn Jahren die Prinzessin Aurora in "Dornröschen" (Musik: Tschaikowsky). Nach einer Weiterbildung bei Marika Besobrasova in Monte Carlo war sie 1967–74 in →Maurice Béjarts Ballet du XXe siècle engagiert, tanzte in Brüssel und auf internationalen Tourneen und wurde auch solistisch eingesetzt, zum Beispiel als Julia mit →Jorge Donn als Romeo in "Romeo und Julia" (Musik: Prokofjew). 1974/75 ging sie zu Birgit Cullberg nach Stockholm. 1975 kam sie in die Schweiz zurück, war bis 1988 Solistin am →Opernhaus Zürich und konnte im Zürcher Ballett unter →Hans Meister, →Patricia Neary und →Uwe Scholz ein breites Repertoire tanzen – die grossen Ballerinenparts wie Lisa in Frederick Ashtons "La Fille mal gardée" (Musik: Louis-Joseph-Ferdinand Herold, bearbeitet von John Lanchberry), die Zuckerfee in "Der Nussknacker" (Musik: Tschaikowsky), die Titelfiguren in Valery Panovs "Cinderella" (Musik: Prokofjew) und →Nicholas Beriozoffs "Der goldene Hahn" sowie ihre Traumrolle Giselle in →Heinz Spoerlis Version der "Giselle" (Musik: Adolphe Adam). Dazu kamen Hauptrollen in Werken von George Balanchine, Hans van Manen, Kurt Jooss, Rudolf Nurejew, William Forsythe und Uwe Scholz. S. liebte vor allem die Zusammenarbeit mit Imre Keres in "Coppélia" (Musik: Léo Delibes) sowie mit László Seregi in "Sylvia" (Musik: Delibes) und "Variationen über ein Kinderlied". Sie genoss die Rollenkreationen in →Jürg Burths "Jahre danach" zu Musik von Charles Ives, in Orffs "Carmina burana" sowie in "Soledad" (Choreografie: →Susana, Musik: →Antonio Robledo. 1988–90 Ballett-Pädagogikausbildung bei Germaine Karrer, Küsnacht (Kanton Zürich), und Ursula Borrmann, Köln, mit Diplomabschluss.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Madeleine Stierli, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1756–1757.

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