Manfred Jungwirth

Aus Theaterlexikon
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* 4.6.1919 St. Pölten (A).

Gesangsstudium bei Alice Goldberg in St. Pölten, Emilie Auer-Weissgerber in Wien, Albert d’Andrée in Bukarest, Rudolf Grossmann in München und Josef Burgwinkel in Berlin. J.s erstes Engagement am Landestheater Klagenfurt kam nicht zu Stande, da er zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Debüt 1942 an der Staatsoper Bukarest. 1945–49 Engagement in Innsbruck, wo er Musikwissenschaft studierte und 1948 promovierte. 1949–54 und 1958–61 sowie als ständiger Gast 1971–82 am Stadttheater/→Opernhaus Zürich, 1956/57 in Wiesbaden, 1960–68 in Frankfurt am Main und 1967–85 an der Staatsoper Wien. Im Zentrum seines ungewöhnlich umfangreichen Repertoires standen die grossen Partien für Bassbuffo, die er auch in Zürich sang (in den Werken von Cimarosa, Cornelius, Flotow, Lortzing, Mozart, Nicolai, Rossini und Smetana) und die Partien für seriösen Bass (in den Werken von Beethoven, Verdi, →Richard Wagner und Weber). Besonders populär wurde er als Baron Ochs in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", den er in Zürich erstmals in der Spielzeit 1951/52 sang und mit dem er an den grössten Bühnen Europas und Amerikas Triumphe feierte. In der Schweiz gastierte er am →Grand Théâtre in Genf (unter anderem 1974 Osmin in Mozarts "Die Entführung aus dem Serail"), am →Stadttheater Luzern und am →Stadttheater St. Gallen (1951/52 van Bett in Lortzings "Zar und Zimmermann"), während er auf internationaler Ebene unter anderem in Berlin, Düsseldorf-Duisburg, Hamburg, Köln, London, Mailand, München, New York, Paris, Rom, San Francisco, Stuttgart sowie bei den Festspielen von Bregenz, Florenz, Glyndebourne und Salzburg auftrat. J. trat auch als Konzertsänger auf. Diverse Aufnahmen auf Tonträger.

Auszeichnungen

  • 1948 1. Preis beim Concours international d’exécution musicale de Genève,
  • 1977 Wiener Kammersänger.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Manfred Jungwirth, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 948.

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