Manfred Schenk

Aus Theaterlexikon
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* 23.1.1930 Stuttgart (D), † 13.12.1999 Wächtersbach (D).

Gesangsstudium an der Hochschule für Musik in Stuttgart und bei Karl-Heinz Jarius in Stuttgart und Frankfurt am Main. Engagements 1960–62 am Stadttheater Regensburg, 1962–66 an den Städtischen Bühnen Gelsenkirchen, 1966–69 am →Opernhaus Zürich und 1969–95 an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main. Dem Opernhaus Zürich, wo S. sich 1965/66 als Sarastro in Mozarts "Die Zauberflöte" und Ferrando in Verdis "Il Trovatore" vorstellte, blieb er mit Unterbrechungen bis 1991/92 verbunden. Seine wichtigsten Verpflichtungen umfassten dort Rocco in Beethovens "Fidelio", Fürst Galitzki in Borodins "Fürst Igor", Méphistophélès in Gounods "Faust", Comte des Grieux in Massenets "Manon", Don Alfonso in Mozarts "Così fan tutte" und Commendatore in dessen "Don Giovanni", Kardinal Madruscht in Pfitzners "Palestrina", Ashby beziehungsweise Timur in Puccinis "La fanciulla del West" und "Turandot", Kecal in Smetanas "Die verkaufte Braut", Grande Inquisitore in Verdis "Don Carlo" und Padre Guardiano in dessen "Forza del destino", die Wagner-Partien Daland in "Der fliegende Holländer", König Heinrich in "Lohengrin", Veit Pogner in "Die Meistersinger von Nürnberg", Gurnemanz in "Parsifal", Fasolt und Fafner in "Das Rheingold", Landgraf Hermann in "Tannhäuser" und König Marke in "Tristan und Isolde" sowie Charles Bovary in der Uraufführung von →Heinrich Sutermeisters "Madame Bovary" (1967, Regie: →Michael Hampe, musikalische Leitung: Reinhard Peters). Im Mittelpunkt von S.s künstlerischem Schaffen standen die Musikdramen →Richard Wagners. So bildete die Mitwirkung bei den Bayreuther Festspielen 1981–93 einen Höhe­punkt seiner Bühnenlaufbahn. 1970–90 sang S. regelmässig an der Staatsoper Wien (unter anderem Hans Sachs in "Die Meistersinger von Nürnberg") und 1971–93 an der Bayerischen Staatsoper München (unter anderem die Titelpartie in Rossinis "Mosè in Egitto"). Weitere Stationen seiner Karriere waren: Amsterdam, Barcelona, die Deutsche Oper Berlin, Bordeaux (1988 Wanderer in Wagners "Siegfried"), das Teatro Colón Buenos Aires (1985 Hagen in Wagners "Götterdämmerung"), Dresden, Düsseldorf-Duisburg, Hamburg, Köln, die Covent Garden Opera London, Madrid, die Mailänder Scala, Marseille (1987 Pimen in Mussorgskys "Boris Godunow"), die Metropolitan Opera New York (1977 Hunding in Wagners "Die Walküre"), Rom, San Francisco (1981 Wotan in "Die Walküre"), das →Stadttheater St. Gallen (1968 Rocco anlässlich der Eröffnung des neu erbauten Stadttheaters), Venedig sowie die Festspiele von Bregenz, Glyndebourne, Orange, Salzburg (1985 Nettuno in Monteverdis "Il ritorno d’Ulisse in patria"). Durch eine vorsichtige, kluge Entwicklung seiner Stimme erweiterte S. sein Repertoire Ende der siebziger Jahre vom seriösen Bass zum Heldenbariton. Er war auch ein gefragter Konzertsänger.

Auszeichnungen

  • Um 1986 Ernennung zum Kammersänger und
  • 1995 zum Ehrenmitglied der Frankfurter Oper,
  • 1998 Ehrenplakette der Stadt Frankfurt.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Manfred Schenke, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1598–1599.

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