Manfred Schwarz

Aus Theaterlexikon
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* 4.3.1932 Gerlafingen SO, † 19.2.2000 Männedorf ZH. ∞ Rita Klaeger, Balletttänzerin und Tanzpädagogin.

Matura in Solothurn, ab 1952 im Pressewesen tätig, Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich, Diplom 1956. Im gleichen Jahr erstes Engagement als externer Schauspieler am →Schauspielhaus Zürich. Ab 1958 als Journalist tätig.1960–64 Redaktor der Presseagentur Photopress in Zürich, 1965–87 Redaktor und Sprecher der Tagesschau des Schweizer Fernsehens DRS. Sein erstes Stück "Das Telegramm" kam 1958 durch eine eigene Gruppe, "Das Ensemble Zürich", im Zürcher Volkshaus zur Uraufführung. Es folgten die Uraufführungen der Stücke "Eine Handvoll Menschen" (eine Produktion des Schauspielhauses Zürich im →Theater am Hechtplatz Zürich, 11.5.1960, Regie: →Peter Löffler, Bühnenbild: →Toni Businger) und «Die Hetze (Das Ensemble Zürich, 1961; 1963 als Hörspiel und 1970 vom Schweizer Fernsehen in einer Mundartfassung als Fernsehspiel unter dem Titel "Hetzjagd" produziert), des Monodramas "Angeklagte Madeleine Tissot" (Städtische Bühnen Mönchengladbach, 1960; Schweizer Erstaufführung am →Theater Heddy Maria Wettstein Zürich, 1964, Regie: →Gert Westphal), des Einakters "Um ein bisschen Rauch" (Studententheater der Universität Zürich im →Theater am Neumarkt Zürich, 1965) und des Stücks "Ohrfeigen zu Schwarztee oder Liebesnächte im Mai" (im →Theater am Käfigturm Bern, 1970, Regie: Freihart, mit S. in einer Hauptrolle). Ausserdem verfasste S. für die Bühne "Siesta" (1961), "Priamos und Söhne" (1962) sowie "Geisterstunde" (1964). Ab 1966 war er auch als Regisseur tätig und inszenierte am Theater für Vorarlberg in Bregenz 1968–70 als Gastregisseur unter der Direktion von →Alex Freihart (Werke Anouilhs und Büchners) und 1970–72 unter →Bruno Felix. 1972–83 wirkte er als Dramaturg, Regisseur und künstlerischer Berater von Direktor Freihart am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (seit 1977 mit reduziertem Pensum): Schwerpunkte bildeten eigene Ibsen-Bearbeitungen und die Förderung von Schweizer Autorinnen und Autoren, insbesondere durch die Reihen "Kontrastprogramm" 1972–76 und "CH-Dramaturgie" 1980–82. Im Rahmen der Autorenförderung inszenierte S. beispielsweise die Uraufführungen von Autoren wie →Ernst Burren, Ernst Eggimann, Christoph Geiser, →Walter Vogt und Manfred Züfle. Zudem wirkte er als Hausautor; unter anderem wurden von ihm am Städtebundtheater "Entlassung" (30.1.1975, Regie: S.), "Freut Euch des Lebens" (13.11.1975, Regie: Freihart) sowie das Kinder- und Jugendstück "Duell im Park" (10.4.1975, Regie: S.) uraufgeführt. Ausserdem kamen drei bereits früher von ihm verfasste und von verschiedenen Sendern produzierte Hörspiele am Städtebundtheater zur szenischen Uraufführung, wovon "Der Mann des Möglichen" (Hörspiel von 1969) und "Montagspassion" (Hörspiel unter dem Titel "Wer schrie: kreuzige ihn!?"von 1968, Regie: Felix) beachtlichen Erfolg hatten. 1983/84 war S. unter Freiharts Nachfolger →Peter-Andreas Bojack weiterhin als künstlerischer Berater am Städtebundtheater Biel-Solothurn engagiert. Als Hörspielautor verfasste er unter anderem "Das andere Gericht" (1964, Regie: Robert Stauffer), "In den Tagen des Herodes" (1965, Regie: →Robert Bichler), die preisgekrönten "Iigschribni Brief" (1970, Regie: Felix) und "Der Ketzer von Aussersihl" (1986, Regie: Hans Jedlitschka). Er zeichnete auch als Autor mehrerer Fernsehspiele, beispielsweise "Kollergang" (1968, Regie: →Kurt Früh) und "Treue" (1979, Telearena, Regie: →Volker Hesse). 1972–74 war S. Präsident der →Gruppe Olten, 1977–83 der Verwertungsgesellschaft Teledrama, 1984–87 der Pro Litteris.

Auszeichnungen

  • 1970 Zürcher Radiopreis;
  • 1967 Förderungspreis,
  • 1979 Werkjahr und
  • 1989 Kulturpreis des Kantons Solothurn.

Literatur

  • Wyss-Jäggi, Gottfried (Hg.): Eine Handvoll Menschen und mehr. Von und über M. S., 1995.
  • S., M.: Städtebundtheater Biel-Solothurn: Eine Bilanz. In: Dramatiker-Förderung, 1986.


Autor: Werner Wüthrich



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Wüthrich, Werner: Manfred Schwarz, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1649–1650, mit Abbildung auf S. 1649.

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