Marcel Gero

Aus Theaterlexikon
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* 18.2.1899 Galgocz (Hlohovec, heute: SK), † 7.10.1975 Zürich, eigentlich Marcel Geroe. ∞ I. 1920 Maria Tobler, Bühnenbildnerin, ∞ II. 1949 Franziska Wanner, Schauspielerin und Autorin.

G., Sohn ungarischer Juden, wuchs in verschiedenen europäischen Ländern auf. Studium der Chemie in Zürich 1920–24, Abschluss mit Promotion, danach Arbeit als Chemiker in Argentinien und der Schweiz. 1925 wurde G. Schweizer Bürger. Damals erste Arbeiten als Dramatiker. 1932–33 Dramaturg an den Städtischen Theatern (am Alten Theater) in Leipzig. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme Rückkehr in die Schweiz. G. verfasste ein Dutzend teils historische, teils zeitkritische Schauspiele und Komödien, die mehrheitlich in Deutschland aufgeführt wurden. In der Schweiz fand er ab den fünfziger Jahren kaum mehr Beachtung und trat 1972 resigniert aus dem →SSV aus. G. übte auch verschiedene Tätigkeiten im schweizerischen Filmwesen aus und war 1968–70 Präsident der →GSD. Bühnenwerke: "Plutt im Novembersturm" (Uraufführung 1930, Landestheater Oldenburg), "Der Reiter auf dem Löwen" (auch unter dem Titel: "Uli Witewupp", Uraufführung 1932, Altes Theater Leipzig), "Arasio oder Der Eintritt ins Leben" (Uraufführung 1934, →Stadttheater Luzern), "Der göttliche Gregorius" (1945), "Berner Marsch" (Uraufführung 1948, →Schauspielhaus Zürich), "Christopher Marlowes Ende" (Uraufführung 1953, Nürnberg), "Das Gesuch oder Die Würde des einfachen Mannes" (Uraufführung 1954, →Stadttheater St. Gallen im →Kurtheater Baden), "Liebesmord im Uhlenhorst" (auch unter dem Titel: "Der Piratenbogen", 1954), "Miss Gull bringt alle an den Galgen" (Uraufführung 1956, Nürnberg), "Der Held von Superga" (1959), "Der göttliche Occam" (Uraufführung 1960, Frankfurt am Main), "Scherzo um Herrn Palloy" (1965), "Heute abend ist Liebe Trumpf" (1966), "Gilgamesch" (1967). Auszeichnungen: 1948 Literaturpreis der C.-F.-Meyer-Stiftung, 1954 Dramenpreis der Welti-Stiftung.

Literatur

  • Jost, Dominik: M. G., Dramatiker. In: Arnold, Armin/Jaeger, C. Stephen (Hg.): Der gesunde Gelehrte, 1987.

Nachlass

  • Zentralbibliothek Zürich.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Marcel Gero, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 699.

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