Margarethe Schell-von Noé

Aus Theaterlexikon
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* 2.6.1905 Wien (A), † 29.11.1995 Preitenegg (A), eigentlich Margarethe Noé von Nordberg. ∞ 1925 →Hermann Ferdinand Schell, Schriftsteller. Mutter der Schauspielerinnen →Immy Schell und →Maria Schell sowie der Schauspieler →Carl Schell und →Maximilian Schell.

Schulen in Wien, Schauspielunterricht bei Maria Moissi. Erste Engagements als jugendliche Liebhaberin an den Kammerspielen München, in Nürnberg und Plauen.­ Nach der Heirat stellte S. ihren Beruf zurück, lebte in Wien und nahm lediglich vereinzelt Gast­engagements an. Ab 1942 unterrichtete S. am →Konservatorium für Musik Bern die Schülerinnen und Schüler der Gesangsklassen in Sprechtechnik und Vortragskunst und richtete darauf eine kleine Schauspielklasse ein. Bis 1962 war dies die einzige Schauspielausbildung in Bern. Schülerinnen und Schüler von S. waren unter anderen: →Renato Cibolini, →Linda Geiser, →Franz Matter, →Paul Roland und →Ursula Schaeppi. S. wirkte als Schauspiellehrerin auch am →Bühnenstudio Zürich und führte in zahlreichen Abschlussproduktionen Regie. Gastengagements als Schauspielerin hatte sie unter anderem am →Schauspielhaus Zürich (unter anderem: 1940 diverse Rollen in Goethes "Faust II", Regie: →Leopold Lindtberg, 1941 Titel­rolle in Hofmannsthals "Elektra", Regie: →Oskar Wälterlin), am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (1940/41 Kordula in Hermann Ferdinand Schells "Der Bürgermeister von Zürich" und Marquise de Pompadour in Albert Ernst Brachvogels "Die Frau Marquise und der Narr", Regie jeweils: →Vasa Hochmann), am →Stadttheater Basel (1948 Gertrud Stauffacher in Schillers "Wilhelm Tell"), am →Atelier-Theater Bern (unter anderem 1952 Frau Higgins in Shaws "Pygmalion", Regie: →Hans Gaugler, 1957 Prinzessin Maria Dominika in Molnárs "Der Schwan", Regie: →Raoul Alster), am →Stadttheater Bern (1962 die Zigeunerin in Williams’ "Camino Real", Regie: →Christoph Groszer) und an der →Komödie Basel (unter anderem 1965 Oenone in Racines "Phädra", Regie: Stavros Doufexis). Dort inszenierte sie unter anderem 1964 die Uraufführung von Hermann Ferdinand Schells "Der weisse Finne", 1965 Goldonis "Der Diener zweier Herren" und "Die venezianischen Zwillinge" sowie 1966 Molières "Der Geizige". S. verkörperte zudem diverse Fernseh- und Film­rollen. Gemeinsam mit →Lola Lorme bearbeitete S. einige Komödien von Goldoni. 1992 veröffentlichte sie ihre Autobiografie mit dem Titel "Mutter ist die schönste Rolle".



Autor: Mats Staub



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Staub, Mats: Margarethe Schell-von Noé, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1598.

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