Margit von Tolnai

Aus Theaterlexikon
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* 16.9.1893 Budapest (H), † 1.12.1974 Basel, auch Tolnay.

Schauspielausbildung bei Albert Heine und Marie Gutheil-Schoder in Wien. 1924–29 Engagements als Schauspielerin unter dem Namen Margit Feldhammer an der Neuen Wiener Bühne, an den Städtischen Bühnen Frankfurt am Main und an verschiedenen Bühnen in Berlin. 1927 war T. wesentlich an der Gründung der Schauspielschule von Hans Thimig und →Paul Kalbeck in Wien beteiligt. 1931 wurde T. als Dozentin ans Wiener Max-Reinhardt-Seminar berufen, 1936 bewarb sie sich dort erfolgreich um eine Lehrstelle für Sprech- und Vortragsübung. T.s Unterricht beschränkte sich auf reine Phonetik, auf Grund ihrer Kehlkopfentspannungstechnik und ihrer Lockerungsmethoden war sie sowohl bei Schauspielerinnen und Schauspielern als auch bei Sängerinnen und Sängern ausserordentlich beliebt. Zu ihren Schülerinnen und Schülern in Wien zählten unter anderem Maria Holst, →Eva-Maria Duhan, →Maria Becker, →Inge Borkh und die Tänzerin Grete Wiesenthal. Auf Bescheid des Wiener Stadtschulrats wurde T. im April 1938 gemeinsam mit Robert Rosner und Emil Geyer als Lehrkraft des Max-Reinhardt-Seminars entlassen; sie emigrierte daraufhin nach Basel. Trotz fehlender Arbeitsbewilligung erteilte sie privaten Sprechunterricht (unter anderem →Ruedi Walter, →Pia Bommer, →Margrit von Syben), bis sie angezeigt, verhaftet und in ein Emigranteninternierungslager gebracht wurde. Nach kurzer Zeit wurde sie aus dem Lager in ein Krankenhaus überstellt, von wo sie entkommen konnte. T. erteilte weiterhin Sprech­unterricht, ab 1952 wirkte sie als Lehrerin für Rezitation am →Konservatorium Basel. Daneben war T. als Sprecherzieherin am →Konservatorium für Musik in Bern tätig.



Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Margit von Tolnai, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1953.

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