Margrit Forrer-Birbaum

Aus Theaterlexikon
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* 20.7.1889 Bern, † 11.9.1971 St. Gallen.

Ausbildung bei →Emile Jaques-Dalcroze in Genf und Hellerau, Tourneen nach St. Petersburg, Moskau, Riga und Amsterdam. 1913–16 Lehrerin an der Dalcroze-Schule in Berlin. 1916 Weiterbildung bei →Suzanne Perrottet und →Katja Wulff in Zürich. 1917 Berufung als Dalcroze-Lehrerin nach St. Gallen. Seit 1920 eigene Tanzabende und 1921 Gründung einer eigenen Schule. Am →Stadttheater St. Gallen studierte sie schon 1920 die Elfentänze für Shakespeares "Sommernachtstraum" ein und choreografierte 1923 als erstes selbstständiges Ballettwerk in St. Gallen "Josephslegende" (Musik: Richard Strauss). 1924 folgten die in Glucks Oper "Orpheus und Eurydike" integrierten Tanzszenen. Die Tanzeinlagen der am Stadttheater aufgeführten Opern und Operetten sowie Aufführungen wie "Die Puppenfee" (Musik: Josef Bayer) wurden jedoch weiterhin meist von der Tanzgruppe der Bewegungsschule Bentele bestritten, bis 1932 unter F.s Leitung aus ihren Ausbildungsschülerinnen eine neue Theatertanzgruppe aufgebaut wurde. Sie zeigte schon in der ersten Spielzeit einen eigenen Orchestertanzabend mit Mozarts "Les Petits Riens" und hatte professionelle Solistinnen und Solisten, so zunächst Elisabeth Wartmann und →Willy Preisig, ab 1933 →Hilde Baumann. F. leitete das Ensemble zuerst allein, 1934/35 gemeinsam mit →Heinz Rosen und war danach für die Kindertanzgruppe und die Gruppentänzerinnen verantwortlich. Als Wegbereiterin des späteren Aufschwungs des Balletts unter →Mara Jovanovits leistete sie Wesentliches. 1937 unterbrach sie ihre Tätigkeit aus familiären Gründen. Ab 1957 arbeitete sie wieder am Stadttheater St. Gallen. Mit →Horst Lehrke war F. für das Nachwuchsballett verantwortlich, zudem war sie als Korrepetitorin bei Lehrke und Romy Raas tätig. 1939–45 Vorstandsmitglied des →SBTG.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Margrit Forrer-Birbaum, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 615.

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