Maria Bill

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* 15.11.1948 Moosseedorf BE. ∞ Michael Schottenberg, Regisseur.

Nach Abschluss des Lehrerseminars 1969–71 Schauspielausbildung am →Bühnenstudio Zürich (1971 →Emil-Oprecht-Preis) und 1974–76 an der Ecole Jacques Lecoq in Paris (Abschluss mit Diplom). 1971–74 war B. unter →Horst Zankl am →Theater am Neumarkt Zürich engagiert, wo sie unter anderem Alice Kessler in der Schweizer Erstaufführung von Handkes "Der Ritt über den Bodensee" (Regie: Zankl), Hermine Seitz in der Schweizer Erstaufführung von Fleißers "Fegefeuer in Ingolstadt" (Regie: →Jürgen Flimm) und Lilly in Horváths "Die Unbekannte aus der Seine" (Regie: Zankl) verkörperte. 1976 spielte B. am →Theater an der Winkelwiese, Zürich ZH (Christine in Strindbergs "Fräulein Julie"), 1977 als Gast unter der Direktion von Kurt Hübner an der Freien Volksbühne Berlin. 1978–83 Engagement unter Hans Gratzer am Schauspielhaus Wien, unter anderem Nicola Davies in Poliakoffs "City Sugar", Mutter Ubu in Jarrys "Ubu Roi", Königin in Shakespeares "Hamlet", Titelrolle in Hölderlins "Antigonae" und Desdemona in Shakespeares "Othello". Mit der Darstellung der Titelrolle in Gems’ "Piaf" (Regie: Schottenberg) gelang B. die Theatersensation des Jahres 1982. Auf Grund des grossen Erfolgs ging B. als Piaf auf Tournee durch die Schweiz und Deutschland. Es folgten weitere (Gast-)Engagements am Theater für Vorarlberg in Bregenz sowie vor allem an verschiedenen Wiener Bühnen, so am Theater in der Josefstadt (Julie in Molnàrs "Liliom" und Marianne in Horváths "Geschichten aus dem Wienerwald"), am Burgtheater (unter anderem M in Botho Strauß’ "Kalldewey, Farce", 1991 Frau in André Hellers "Sein und Schein"), am Varietétheater Ronacher, am Volkstheater (1995 Andromache in Werfels "Die Troerinnen", 1996 Frau in Joshua Sobols "Bloody Nathan"; 1997 Christian in Rostands "Cyrano de Bergerac", Regie: Schottenberg), bei den Wiener Festwochen (Jitsuko in Mishimas "Der Besuch") und am Theater im Kopf (Katharina in Shakes­peares "Der Widerspenstigen Zähmung"). Mit "Piaf", einem Abend mit Szenen und Chansons, wiederum inszeniert von Schottenberg, gastierte sie unter anderem 1997 am Schloßpark-Theater Berlin und 1999 am →Corso-Theater, Zürich ZH. 1999 spielte B. bei den Salzburger Festspielen die Guten Werke in Hofmannsthals "Jedermann". B. verkörperte auch zahlreiche Film- und Fernsehrollen. Nach dem Erfolg mit der Darstellung der Piaf begann B. selbst zu komponieren und Texte zu schreiben, 1983 erschien ihr erstes Album "Maria Bill", 1985 "Jetzt", 1987 "Bill drei".

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1978 Förderungspreis zur Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien für die Rolle der Nicola Davies,
  • 1982 Josef-Kainz-Medaille der Stadt Wien für "Piaf",
  • Goldener Theatertaler in Berlin.


Autorin: Julia Danielczyk



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Danielczyk, Julia: Maria Bill, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 203–204.

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