Marilyn Zschau

Aus Theaterlexikon
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* 9.2.1941 Chicago (USA).

Gesangsausbildung an der Juilliard School New York bei Christopher West. 1965–66 Tournee – noch als Mezzosopran – mit der Metropolitan National Opera Company. Dann Umschulung zum Sopran in Missoula bei John Lester. Engagements 1967–73 an der Volks­oper Wien (unter anderem Marietta in Korngolds "Die tote Stadt"), 1967–69 an der Hamburgischen Staatsoper, 1969–79 am →Opernhaus Zürich und 1971–77 an den →Basler Theatern. In Zürich debütierte Z., die Partien aus dem lyrischen wie dem jugendlich-dramatischen Fach gleichermassen gerecht wurde, bereits in der Saison 1968/69 als Mimì in Puccinis "La Bohème" und Ciò-Ciò San in dessen "Madama Butterfly". Daraufhin wurde sie bald zu einem Publikumsliebling, beispielsweise in den Titelpartien von Händels "Agrippina" und Janáčeks "Das schlaue Füchslein", als Nedda in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", in den Mozart-Partien Fiordiligi in "Così fan tutte", Donna Elvira in "Don Giovanni" und Contessa Almaviva in "Le nozze di Figaro", als Tochter des Bauern in Orffs "Die Kluge", in der Titelrolle von Puccinis "Manon Lescaut" und als Giorgetta in dessen "Tabarro", als Rosalinde in Johann Strauß’ "Die Fledermaus" und Saffi in dessen "Zigeunerbaron", in den Richard-Strauss-Partien Komponist in "Ariadne auf Naxos", Gräfin in "Capriccio", Octavian und Feldmarschallin in "Der Rosenkavalier", als Tatjana in Tschaikowskys "Eugen Onegin", Jenny Hill in →Bertolt Brecht/Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" sowie in den Schweizer Erstaufführungen von Dvořáks "Der Jakobiner" (1978 Julie), Gottfried von Einems "Dantons Tod" (1970 Lucile) und Haydns "La fedeltà premiata" (1975 Celia). In Basel sang Z. unter anderem Mimì, Tatjana, Feldmarschallin, Jenny Hill, Minnie in Puccinis "La fanciulla del West", die Verdi-Partien Violetta Valéry in "La Traviata" und Desdemona in "Otello" sowie Ciò-Ciò San. In der Schweiz hatte Z. zudem Gastverpflichtungen am →Stadttheater Bern (1976 Feldmarschallin) und am →Grand Théâtre in Genf. Ihre internationale Karriere führte sie in die wichtigsten Opernzentren. So sang sie unter anderem an der Staatsoper Wien (1969–93 unter anderem Santuzza in Mascagnis "Cavalleria rusticana", die Färberin in Richard Strauss’ "Die Frau ohne Schatten" und Salome in dessen gleichnamiger Oper, Odabella in Verdis "Attila"), an der Bayerischen Staatsoper München (1978–88), an den Bühnen der Stadt Köln (1977/78), an der Metropolitan Opera New York (seit 1985 unter anderem Titelpartie in Puccinis "Tosca" und Färberin), an der Scala in Mailand (1986 Färberin), der Australian Opera Sydney (1986 Lady Macbeth in Verdis "Macbeth", 1988 Salome, 1989 Brünnhilde in →Richard Wagners "Die Walküre"), in Los Angeles (1987 Renata in Prokofjews "L’Ange de feu"), Chicago (1988 Venus in Wagners "Tannhäuser", 1990 Minnie), beim Maggio Musicale Fiorentino in Florenz (1988 Giorgetta), in Seattle (1989 Senta in Wagners "Der fliegende Holländer" und 1995 Brünnhilde in dessen "Ring des Nibelungen"), Adelaide (1991 Titelpartie in Richard Strauss’ "Elektra"), am Staatstheater Stuttgart (1992–96), in Dallas (1994 Küsterin in Janáčeks "Jenufa"), San Francisco (1995), Rio de Janeiro (1996), Santiago de Chile (1997) und beim Festival von Savonlinna (2000 Elektra). Z. wurde auch als Konzertsängerin bekannt.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Marilyn Zschau, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2155.

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