Mario Volkart

Aus Theaterlexikon
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* 4.5.1897 Zürich, † 6.1.1982 Zürich, auch Volcard, eigentlich Gottfried V. ∞ I. Germaine Letessier, Korrepetitorin und Tanzlehrerin, ∞ II. Bea V., Tänzerin.

Mechaniker, neben dem Studium am Technikum Winterthur Ausbildung in Kunstturnen und Gesellschaftstanz. 1922 ging V. nach Stuttgart, später nach Hamburg zu →Rudolf von Laban und tanzte in Labans "Der schwingende Tempel", anschliessend mit Dussia Bereska als Solist der Laban-Tanzbühne und als Vortänzer der Bewegungschöre. 1924/25 war er Tanzmeister und Solotänzer an den Städtischen Bühnen Hannover und gastierte mit "Josephslegende" (Musik: Richard Strauss) in Hamburg und Berlin. Es folgte die Ausbildung zum klassischen Tänzer in Paris, ein erstes Engagement im Casino und spätestens 1929 die Berufung als Solist ins Ballett der Pariser Opéra. 1931 tanzte V. beispielsweise eine Hauptrolle in →Serge Lifars "Die Geschöpfe des Prometheus" (Musik: Beethoven), doch ein Bühnenunfall beendete abrupt seine Tänzerkarriere. V. wandte sich der Pädagogik zu, hatte zuerst ein eigenes Studio in Neuilly und seit 1935 in Zürich. Er wurde hier für Jahrzehnte zum wichtigsten und einflussreichsten Ballettlehrer, veranstaltete regelmässig Schulaufführungen, choreografierte für Tanzabende und inszenierte das Modetheater an der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich 1939. 1946 ging seine private Schule in der neu gegründeten →Schweizerischen Theatertanzschule am →Stadttheater Zürich, einer Unterabteilung der Schweizerischen Theaterschule AG, auf. V. leitete die subventionierte Berufsausbildungsstätte und unterrichtete selbst Kinder, Fortgeschrittene und Professionelle. 1950–60 führte er wieder ein eigenes Studio.



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Pellaton, Ursula: Mario Volkart, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2022.

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