Marion Junaut

Aus Theaterlexikon
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* 5.10.1928 Zürich.

Breit gefächerte Tanzausbildung in Ballett (bei Léo Staats und Olga Preobrajenska in Paris), zeitgenössischem Tanz (in London und bei Clotilde und →Alexander Sakharoff sowie bei →Harald Kreutzberg), in Graham-Technik (bei Kikuchi Yuriko), Akrobatik, Pantomime, afrikanischem Tanz und Jazztanz sowie Unterricht in Schlaginstrumenten. J. debütierte 1948 und gab bis 1986 Solotanzabende in der Schweiz, in Deutschland, Italien, Griechenland und Indien, auf den Philippinen sowie in London, Paris und Montreal. Sie trat 1958 im Rahmen von →Tanz an der SAFFA in Zürich und an der Expo 64 in Lausanne auf. Als schöpferische Tänzerin und Choreografin strebte sie die Synthese der Stile an und suchte – in Übereinstimmung mit der Musik – den gültigen Ausdruck für Ideen und Gedanken durch Bewegung in Raum und Zeit. Ihr kompromissloser, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unzeitgemässer Ausdruckstanz basierte auf Inhalten und erstrebte deren Verkörperung in klarer, doch expressiver, rhythmisch-musikalischer Form. J. war eine Perfektionistin, ging unbeirrt und unabhängig ihren eigenen Weg und leistete Pionierarbeit in der Schweiz. Sie unterrichtete bis 1992 an ihrer Académie de danse in Neuenburg und gab daneben Kurse für Schauspielerinnen und Schauspieler. Ausserdem publizierte sie 1966 "Propos sur la danse moderne", eine Schrift zum modernen Tanz (mit Fotografien einiger ihrer eigenen Soli).



Autorin: Ursula Pellaton



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Marion Junaut, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 944.

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