Mark Zurmühle

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* 22.2.1953 Zürich. ∞ →Eleonore Bircher, Schauspielerin und Bühnenbildnerin.

Abschluss als diplomierter Bankkaufmann, Studium der Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Germanistik in Wien. Ausbildung zum Schauspieler und Regisseur am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Engagement als Schauspieler an der Freien Volksbühne Berlin (1977 Spitta in Hauptmanns "Die Ratten", Regie: Rudolf Noelte), an den Münchner Kammerspielen, 1978–82 an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin (1979 Trofimow in Tschechows "Der Kirschgarten", Regie: →Hans Lietzau) und am →Schauspielhaus Zürich (1982 Jerry Devine in O’Caseys "Juno und der Pfau", Regie: Lietzau). Arbeiten mit einer selbst gegründeten, freien Gruppe in Paris. 1983/84 Gastinszenierungen an den →Basler Theatern (Uraufführung von →René Regenass’ "Wo liegt der Hund begraben?", →Claude Cuenis "Longitudinalstudie" und Urs Fegers "Jeder Zwecklos ist Widerstand" an einem Abend mit dem Titel "Neunzehnhundertvierundachtzig") und am →Stadttheater Bern (Gert Heidenreichs "Der Wetterpilot"). 1984–88 Schauspieldirektor unter →Horst Statkus an den Basler Theatern, wo Z. über ein Dutzend Produktionen inszenierte, unter anderem 1984 Lessings "Nathan der Weise", 1985 Feydeaus "Einer muss der Dumme sein", →Frank Wedekinds "Lulu" und Lessings "Minna von Barnhelm", 1986 die deutschsprachige Erstaufführung von García Lorcas "Komödie ohne Titel", die Schweizer Erstaufführungen von William Hoffmans "Wie du" und Sarah Daniels’ "Meisterwerke" sowie Kleists "Der zerbrochne Krug", 1987 Ibsens "Die Wildente", Heiner Müllers "Der Auftrag" und Büchners "Dantons Tod" sowie 1988 Shakespeares "Hamlet". Danach unter Statkus regelmässig Inszenierungen am →Stadttheater Luzern, unter anderem 1988 Wedekinds "Frühlings Erwachen" und Kleists "Das Käthchen von Heilbronn", 1989 Shakespeares "Macbeth", 1990 Massenets "Werther", 1991 Ibsens "Gespenster", Mozarts "Die Entführung aus dem Serail" und Lessings "Emilia Galotti", 1993 O’Neills "Eines langen Tages Reise in die Nacht" und Williams’ "Die Glasmenagerie". Daneben unter anderem Inszenierungen in Freiburg im Breisgau, Konstanz (1995 die deutsche Erstaufführung von →Thomas Hürlimanns "Der Franzos im Ybrig") und Wiesbaden (1990 Goldonis "Mirandolina"); Hausregisseur am Nationaltheater Mannheim (unter anderem 1993 Lessings "Nathan der Weise", 1995 die deutschsprachige Erstaufführung von Martin Crimps "Der Dreh" sowie Shaws "Die heilige Johanna"). 1996–99 fester Regisseur am Schauspiel Hannover (1994 Ibsens "Die Wildente", 1996 Shakespeares "Was ihr wollt" und →Carl Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick", 1997 Shakespeares "Romeo und Julia" und Molières "Tartuffe", 1998 Lessings "Nathan der Weise", 1999 Gorkis "Barbaren"). Seit der Spielzeit 1999/2000 ist Z. Intendant des Deutschen Theaters Göttingen, dort inszenierte er unter anderem Tschechows "Drei Schwestern", Schillers "Maria Stuart" und "Die Räuber" sowie Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" und "Othello". Daneben Gastinszenierungen, etwa am Maxim Gorki Theater Berlin, am Thalia Theater Hamburg (2000 Dea Lohers "Klaras Verhältnisse") und am Staatstheater Oldenburg (2002 Janáčeks "Die Sache Makropulos").

Literatur

  • Brandenburg, Detlef: Die umzingelte Wahrheit. In: Die Deutsche Bühne 4/1999.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Mark Zurmühle, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1265–2166.

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