Martha Dewal

Aus Theaterlexikon
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* 17.8.1935 Uster ZH.

Gesangsausbildung in Wien 1960–65 privat bei Elsa Schwientek-Würtenberger und anschliessend an der Akademie für Musik und darstellende Kunst weiterhin bei Schwientek-Würtenberger sowie bei Josef Witt (dramatischer Unterricht), Anton Dermota (Lied und Oratorium) und Josef Greindl (Wagner-Partien). Nach dem Studium folgten Operntourneen durch Österreich, Deutschland und Holland. Feste Engagements (bis Ende der siebziger Jahre unter ihrem ledigen Namen Martha Hürlimann) 1969/70 am Landestheater Salzburg, 1970–72 am Staatstheater Oldenburg und 1975–96 am Ulmer Theater, dem sie seither als ständiger Gast verbunden blieb. D. begann ihre Laufbahn als Spielaltistin in Opern und Operetten von Auber, Flotow, Kálmán, Lortzing, Millöcker, Mozart, Rossini, Johann Strauß und anderen. Ihre stimmlichen und darstellerischen Anlagen ermöglichten es ihr schon bald, ins Fach für dramatischen Mezzosopran zu wechseln. Höhepunkte ihres sehr vielseitigen Repertoires, das auch Musicalrollen umfasste, waren: Leonore in Beethovens "Fidelio", Claire Zachanassian in Gottfried von Einems "Der Besuch der alten Dame", Clitemnestre in Glucks "Iphigénie en Aulide", Knusperhexe in Humperdincks "Hänsel und Gretel", die Janáček-Partien Küsterin in "Jenufa", Kabanicha in "Katja Kabanowa" und Mílas Mutter in "Osud", Mescalina in Ligetis "Le Grand Macabre", Madame de Croissy in Poulencs "Dialogues des Carmélites", Zita in Puccinis "Gianni Schicchi" und Zia Principessa in dessen "Suor Angelica", Klytämnestra in Richard Strauss’ "Elektra" und Herodias in dessen "Salome", die Gräfin in Tschaikowskys "Pique Dame", die Verdi-Partien Amneris in "Aida", Eboli in "Don Carlo", Mrs. Quickly in "Falstaff", Lady Macbeth in "Macbeth" und Azucena in "Il Trovatore", mehrere Partien in Opern →Richard Wagners, so Fricka in "Das Rheingold" und "Die Walküre", Waltraute in "Götterdämmerung", Venus in "Tannhäuser" und Brangäne in "Tristan und Isolde", sowie Leokadja Begbick in →Bertolt Brecht/Weills "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny". Am Badischen Staatstheater Karlsruhe sang sie 1979 anlässlich eines Gastspiels des Ulmer Theaters die Rolle der Barbara in der Uraufführung von Fred Silhaneks Oper "Jagdszenen in Niederbayern". D. trat gelegentlich auch in Bremen, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am →Grand Théâtre in Genf (1972 Eurydike in →Arthur Honeggers "Antigone"), in Heidelberg, Kassel, Metz, Regensburg, Reims, Saarbrücken und Wuppertal auf. Auch Tätigkeit als Konzertsängerin.

Auszeichnungen

  • 1993 Ernennung zur Kammersängerin des Ulmer Theaters.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Martha Dewal, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 463.

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