Martin Kreutzberg

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* 26.7.1943 Oppeln (Opole, heute: PL).

Nach dem Abitur 1961–62 Bühnenarbeiter und Beleuchter an den Städtischen Bühnen Karl Marx Stadt. 1962–66 Studium der Theaterwissenschaft in Leipzig. 1966–67 Chefdramaturg am Kreistheater Annaberg. 1967–69 Wissenschaftlicher Assistent an der Theaterhochschule Leipzig, zugleich postgraduales Studium der Kunstsoziologie. 1969–79 Dramaturg am Maxim-Gorki-Theater Berlin und Aspirantur an der Humboldt-Universität. Nach der Übersiedlung in die Bundesrepublik 1979–81 Chefdramaturg und Regisseur am Landestheater Schwaben in Memmingen (1980 Inszenierung der Uraufführung von →Walter Matthias Diggelmanns "Der Star oder: Auch Betrüger machen Karriere"), 1981–85 Dramaturg und Regisseur am →Stadttheater Bern (zahlreiche Inszenierungen zusammen mit →Urs Bircher, darunter die Uraufführung von →Heinz Stalders "Wi Unghüür us Amerika", Kroetz’ "Nicht Fisch nicht Fleisch", Gert Heidenreichs "Strafmündig", die Schweizer Erstaufführung von Heiner Müllers "Quartett", die Schweizer Erstaufführung von Kipphardts "Bruder Eichmann", Horváths "Kasimir und Karoline", Schillers "Die Räuber"), 1985–89 Chefdramaturg und Regisseur an den Städtischen Bühnen Nürnberg, 1989–92 Dramaturg am →Schauspielhaus Zürich. Schwerpunkte seiner dramaturgischen Arbeit bildeten Ur- und Erstaufführungen deutscher und russischer Autoren, etwa 1977 am Maxim-Gorki-Theater Berlin Peter Hacks’ "Rosie träumt" (Regie: →Wolfram Krempel), 1987 am Schauspiel Nürnberg Paul Kornfelds "Jud Süß"(Regie: Hansjörg Utzerath), 1990 am Schauspielhaus Zürich Gerhart Hauptmanns "Christiane Lawrenz" (Regie: Peter Palitzsch). 1991 inszenierte K. für das Theater etc. Basel die Schweizer Erstaufführung von Rainer Werner Fassbinders "Preparadise sorry now". 1992–95 und seit 2000 Autor kulturhistorischer Filme beim Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks. 1995–2000 Intendant und Geschäftsführer des Stadttheaters Hildesheim (auch eigene Inszenierungen, darunter 1999 Johann Wolfgang von Goethes "Iphigenie auf Tauris" und 2000 Anton Tschechows "Drei Schwestern"). Daneben vielfältige kulturpolitische Arbeiten in Deutschland und der Schweiz, wie etwa 1979 zusammen mit Bircher Organisation und Leitung der Memminger Kulturgespräche (mit Hans Mayer, Bernd Jentzsch, Martin Walser, H. C. Artmann), 1986 Organisator von "Szene Schweiz" in Deutschland, 1994 Organisator des Internationalen Symposiums auf Schloss Ebenrain "Kultur als Terrain neuer Weltkonflikte". Autor zahlreicher Texte zur kulturpolitischen Situation des subventionierten Sprechtheaters, so etwa 1991 "Zürich – eine Theaterlandschaft", eine Strukturanalyse, verfasst zusammen mit Verena Hoehne und Bircher im Auftrag der Stadt Zürich.



Autorin: Ute Kröger



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Kröger, Ute: Martin Kreuzberg, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1036–1037.

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