Mathias Wieman

Aus Theaterlexikon
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* 23.6.1902 Osnabrück (D), † 3.12.1969 Zürich.

Studium der Philosophie in Berlin, daneben Schauspielunterricht. Zwei Jahre Schauspieler bei der Holtorf-Truppe, dann ab 1924 an verschiedenen Berliner Bühnen, insbesondere unter Max Reinhardt am Deutschen Theater (1924 Arnold Kramer in Hauptmanns "Michael Kramer", 1925 Sohn in Pirandellos "Sechs Personen suchen einen Autor", 1926 Hellriegel in Hauptmanns "Und Pippa tanzt", 1927 Titelrolle in Shakespeares "Troilus und Cressida", 1932 Wolfgang in der Uraufführung von Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang"), ab 1925 zunehmend als Filmdarsteller tätig (unter anderem 1932 Vigo in Leni Riefenstahls "Das blaue Licht", 1934 Hauke in "Der Schimmelreiter", 1941 Dr. Lang im NS-Propagandafilm "Ich klage an"), als Gast an den Preußischen Staatstheatern Berlin (unter anderem 1941 Hephaistion in Hans Baumanns "Alexander"). Nach dem Krieg unter anderem am Schloßpark-Theater Steglitz Berlin (1950 Prospero in Shakespeares "Der Sturm", Regie: Lothar Müthel), bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (1961 Octavio in Schillers "Wallenstein"), am Bayerischen Staatsschauspiel München (1965 Titelrolle in Lessings "Nathan der Weise") und am Thalia-Theater Hamburg, wo er 1969 als Pastor Manders in Ibsens "Gespenster" seine letzte Rolle spielte. Ab 1957 war W. auch regelmässig am →Schauspielhaus Zürich tätig, er spielte dort unter anderem 1957 die Titelrolle in Goethes "Faust I" und 1958 in "Faust II" (Regie: →Leopold Lindtberg, mit →Ernst Ginsberg als Mephisto), 1963 die Titelrolle in Lessings "Nathan der Weise" (Regie: →Kurt Hirschfeld), 1964 König Behringer in Ionescos "Der König stirbt" (Regie: Hirschfeld) und Prospero in Shakespeares "Der Sturm" (Regie: →Rolf Henniger), 1967 Bischof von Münster in der Uraufführung von →Friedrich Dürrenmatts "Die Wiedertäufer" (Regie: →Werner Düggelin) und die Titelrolle in Hauptmanns "Michael Kramer" (Regie: August Everding), 1968 Gregory Salomon in Millers "Der Preis" (Regie: →Michael Hampe). Daneben umfangreiche Rezita­tionstätigkeit (Hölderlin, Goethe), Rundfunk- und weiterhin Filmrollen.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1937 Ernennung zum Staatsschauspieler durch Adolf Hitler,
  • 1957 Justus-Möser-Medaille der Stadt Osnabrück,
  • 1965 Bambi.

Literatur

  • Bier, Marcus: Schauspielerportraits. 24 Schauspieler um Max Reinhardt, 1989.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Mathias Wieman, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 2098–2099.

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