Matti Salminen

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* 7.7.1945 Turku (FIN).

Zunächst Ausbildung zum Tischler, dann Gesangsausbildung am Konservatorium in Turku, in Helsinki (privat bei Lea Piltti und an der Sibelius-Akademie bei Matti Lehtinen) sowie in Rom bei Luigi Ricci. Engagements 1966–72 an der Nationaloper Helsinki (zuerst im Chor, ab 1969 als Solist), 1972–80 an der Oper der Stadt Köln und seit 1974 am →Opernhaus Zürich (bis 1984 als ständiger Gast, seither Ensemblemitglied). Mit seiner gewaltigen Bassstimme, seiner mächtigen Erscheinung sowie seiner darstellerischen Begabung vermag S. vor allem die Partien des deutschen und slawischen Repertoires eindrücklich zu verkörpern. Eine grosse Zahl seiner wichtigen Rollen sang er auch am Opernhaus Zürich – mehrfach in verschiedenen Inszenierungen: Rocco in Beethovens "Fidelio", Iwan Sussanin in Glinkas "Ein Leben für den Zaren", Seneca in Monteverdis "L’incoronazione di Poppea" (1977, Monteverdi-Zyklus von Jean-Pierre Ponnelle/→Nikolaus Harnoncourt), die Mozart-Partien Commendatore in "Don Giovanni", Osmin in "Die Entführung aus dem Serail" und Sarastro in "Die Zauberflöte", Titelrolle in Mussorgskys "Boris Godunow" (1984 im Hallenstadion, Regie: Götz Friedrich, und 1999 in der Urfassung im Opernhaus) und Iwan Chowansky in dessen "Chowanschtschina", Timur in Puccinis "Turandot" (im Hallenstadion), Don Basilio in Rossinis "Il barbiere di Siviglia", Gremin in Tschaikowskys "Eugen Onegin", die Verdi-Partien Ramfis in "Aida", Filippo II und Grande Inquisitore in "Don Carlo", Sparafucile in "Rigoletto" und Ferrando in "Il Trovatore" sowie die folgenden Rollen in Opern von →Richard Wagner: Daland in "Der fliegende Holländer", König Heinrich in "Lohengrin" (1991 zum hundertjährigen Jubiläum des Opernhauses Zürich in der Inszenierung von Robert Wilson), Veit Pogner in "Die Meistersinger von Nürnberg", Gurnemanz in "Parsifal", König Marke in "Tristan und Isolde" sowie Fafner und Fasolt in "Das Rheingold", Hunding in "Die Walküre", Fafner in "Siegfried" und Hagen in "Götterdämmerung". Ein besonderer Erfolg war überdies sein Kaspar in Webers "Der Freischütz" (1993, Regie: Ruth Berghaus, musikalische Leitung: Harnoncourt). Am →Grand Théâtre in Genf sang S. 1975 Commendatore, 1980 König Heinrich, 1981 Boris Godunow und 1984 in einer konzertanten Aufführung von "Das Rheingold" den Fasolt. Ausserdem wirkte er mit bei den Festspielen von Bayreuth (1976–87, unter anderem im "Jahrhundert-Ring" von Patrice Chéreau und Pierre Boulez) und Savonlinna (seit 1967) und pflegte eine langjährige, enge Beziehung zur Deutschen Oper Berlin, zu den Staatsopern von München und Wien, zur Lyric Opera of Chicago und der Metropolitan Opera New York. Weitere Gastverpflichtungen führten ihn nach Amsterdam, Barcelona, Buenos Aires, Hamburg, an die Covent Garden Opera London, an die Mailänder Scala, an die Opéra de Paris, nach San Francisco und zu den Festspielen von Orange und Salzburg. 2000 sang S. an der Nationaloper Helsinki die Titelpartie in der Uraufführung der eigens für ihn komponierten Oper "Lear" von Aulis Sallinen. Tritt auch als Konzertsänger auf. Zahlreiche Einspielungen auf Tonträger.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Matti Salminen, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 3, S. 1557–1558, mit Abbildung auf S. 1557.

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