Mauro Guindani

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* 28.5.1947 Lugano TI.

Nach der Matura 1967–68 Pantomimen- und Theaterausbildung bei Jacques Lecoq in Paris. 1968–73 Studium der Philosophie und Soziologie an der Sorbonne in Paris, gleichzeitig Ausbildung in Modern Dance bei Laura Sheleen, Limóntechnik bei Betty Jones und Charaktertanz bei Olga Stens. 1974–77 Schauspiel- und Regiestudium an der Folkwang-Hochschule in Essen. Ab 1977 diverse Inszenierungen an der Württembergischen Landesbühne in Esslingen, wo G. 1980–82 leitender Regisseur des Kinder- und Jugendtheaters war. Dort inszenierte er unter anderem Friedrich Karl Waechters "Schule mit Clowns", Karl Schönherrs "Der Weibsteufel", Woody Allens "Tod" sowie die Uraufführungen von Matthias Thurow/G.s "Als ich noch Prinz war von Arkadien" nach Offenbach, Paul Maars "Mützenwexel" und Maar/G.s Märchen "Die Reise durch das Schweigen". 1977–78 auch Inszenierungen am Jungen Theater in Göttingen (Roberto Guicciardinis "Candide" nach Voltaire) und am Landestheater Württemberg-Hohenzollern in Tübingen ("Arden von Faversham"). 1982–84 Regisseur für Schauspiel und zeitgenössisches Musiktheater an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau (Genets "Unter Aufsicht", 1983 Uraufführung von Maar/G.s "Der Mönch", Mauricio Kagels szenische Komposition "Staatstheater" und Roman Haubenstock-Ramatis Anti-Oper "Spiel" nach Becketts gleichnamigem Roman). 1985–87 Regisseur am Stadttheater Würzburg (unter anderem García Lorcas "Bernarda Albas Haus", Offenbachs "Pariser Leben" und Glucks "Orpheus und Eurydike"). Seit 1988 als freischaffender Regisseur vor allem in Deutschland tätig, unter anderem am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden (beispielsweise 1991 Verdis "Luisa Miller" und 1996 Luigi Lunaris "Drei auf der Schaukel"), am Schauspielhaus Bochum (1992 Uraufführung von G.s "Efeu und die Dicke"), an den Städtischen Bühnen Münster (1990 Francesco Cavallis "La Calisto" und 1991 Pirandellos "So ist es – wie es ihnen scheint"), erneut in Tübingen (1993 García Lorcas "Yerma" und 1994 de Filippos "Die Kunst der Komödie"), am Stadttheater Pforzheim (1993 Fo/Rames "Nur Kinder, Küche, Kirche"), an den Bühnen der Stadt Bielefeld (1998 Uraufführung von Klaus Kühnls Oper "Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel") sowie am →Theater Basel (1996 die Kurt-Weill-Collage "Wo sind die Tränen von gestern Abend?"). Gastinszenierungen unter anderem 1995 an der Opéra Bastille in Paris und 2000 am Gran Teatre del Liceu Barcelona. Ausgedehnte Lehrtätigkeit: 1971–73 Modern Dance am Théâtre du Geste in Paris, 1973–76 Tanz am Schauspielinstitut der Folkwang-Hochschule in Essen, 1985–87 Schauspielunterricht für Sängerinnen und Sänger am Konservatorium Würzburg. 1989 war G. Mitbegründer der Musical-Abteilung an der Folkwang-Hochschule in Essen und dort bis 1991 als Lehrer tätig. 1992–93 gab er szenisch-musikalischen Unterricht an der Opernschule Stuttgart und 1993–96 war er szenischer Leiter der Opernschule an der Staatlichen Musikhochschule Freiburg im Breisgau. Seit 1997 Gastdozent und -regisseur an der Staatlichen Musikhochschule Stuttgart mit Schwerpunkt auf dem italienischen Opernrepertoire. 2000 gründete er in Lugano "Formazione", das "laboratorio di ricerca e creatività per la scena", eine Bühnenwerkstatt zur Förderung der Kreativität, deren Leitung er innehat. Mitarbeiter bei der Zeitschrift "Musik und Ästhetik".



Autorin: Kathrina Erizar



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Erizar, Kathrina: Mauro Guindani, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 770–771.

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