Max Eduard Liehburg

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* 19.1.1899 Zürich, † 11.6.1962 Korfu (GR), eigentlich Max Eduard Meier (Meyer).

Nach der Matura in Zürich begann L. ein Medizinstudium, wandte sich aber bald der Literatur zu. Seine Studentenzeit verbrachte er in Wien, Genf und Basel. L. lebte 1932–36 zeitweise in Frankfurt am Main. 1937 kehrte er in die Schweiz zurück, wo er erst in Basel, dann in Bern und Ascona als freier Schriftsteller arbeitete. L., der sich als Erfinder des "dreidimensionalen" Theaters betrachtete, verfasste neben sakralen Dramen auch theoretische Texte und Lyrik. Er unterhielt enge Beziehungen zur faschistischen Nationalen Front und veröffentlichte 1932 mit der Schrift "Das neue Weltbild" einen der wenigen theoretischen Texte der Frontenbewegung. 1936 lancierte L., in Konkurrenz zu älteren Plänen →Oskar Eberles, das Projekt einer nationalen Festspielstätte in Luzern. Geplant war die alljährliche Aufführung von (L.s eigenen) sakral-politischen Gemeinschaftsspielen. Im Zuge der geistigen Landesverteidigung gewann L. eine Zeitlang die Unterstützung einflussreicher Kreise. Nach dem Scheitern des Projekts 1937 zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Bühnenwerke: "Weihnachts-Spiel" (1923), "Don Quixote" (Uraufführung 3.2.1927, →Stadttheater Basel, Regie: Hans Rodenberg), "Aeschylos Prometheus" (1928), "Christus" (1928), "Schach um Europa" (Uraufführung 14.10.1931, Stadttheater Basel, Regie: →Oskar Wälterlin), "Bachs Passionen" (1930), "Hüter der Mitte" (1934), "Orient und Okzident" (1934). Der Nachlass enthält noch etwa ein Dutzend unveröffentlichter, meist fragmentarischer Dramen, vorwiegend aus den fünfziger Jahren.

Literatur

  • Wüest, Markus: Die "Stiftung: Luzerner Spiele". In: Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Luzern 8/1990.

Nachlass

  • Schweizerisches Literaturarchiv, Bern.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Max Eduard Liehburg, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1109–1110.

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