Max Elmhorst

Aus Theaterlexikon
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* 3.6.1851 Braunschweig (D), † 24.5.1928 Bern. Vater von Fritz E., langjähriger Chorsänger am →Stadttheater Bern, Bern BE.

Engagements als Sänger 1882/83 am Stadttheater Ulm, 1883/84 am Stadttheater Troppau, 1884–86 und 1899–1902 am Stadttheater Chemnitz, 1886/87 am Stadttheater Posen, 1887/88 an der Grossen Deutschen Oper Rotterdam, 1888–90 und 1892–94 am Stadttheater Mainz, 1890/91 am Grossherzoglichen Hoftheater Darmstadt, 1891/92 am Königlichen Hoftheater Stuttgart, 1894–97 am →Stadttheater Basel, 1897–99 am Stadttheater Magdeburg und 1903–20 am Stadttheater Bern. E. begann seine Karriere als lyrischer Tenor, übernahm aber fallweise auch Partien aus dem heldischen Repertoire. In seinem ersten Berner Jahr trat er nochmals in lyrischen Partien auf, unter anderem als Lorenzo in Aubers "Fra Diavolo", Tonio in Donizettis "La Fille du régiment" und Léopold in Halévys "La Juive". Danach betätigte er sich ausschliesslich im Fach des Tenorbuffos und Charaktertenors, in dem er – nicht zuletzt dank seines Humors und intensiven Darstellungsvermögens  – in Bern grosse Beliebtheit erlangte. Zu seinem Repertoire zählten unter anderem Marquis de Corcy in Adams "Le Postillon de Lonjumeau", Nando in d’Alberts "Tiefland", Beppo in Aubers "Fra Diavolo", Jaquino in Beethovens "Fidelio", Remendado in Bizets "Carmen", Baba Mustapha in Cornelius’ "Der Barbier von Bagdad", Barbarino in Flotows "Alessandro Stradella", Xaver Zitterbart in Wilhelm Kienzls "Der Evangelimann", ein Jagdgesell in Friedrich Kloses "Ilsebill", Beppe in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", die Lortzing-Partien Veit in "Undine" und Georg in "Der Waffenschmied", Thibaut in Aimé Maillarts "Les Dragons de Villars", Bois-Rosé in Meyerbeers "Les Huguenots", die Mozart-Partien Pedrillo in "Die Entführung aus dem Serail", Don Basilio in "Le nozze di Figaro" und Monostatos in "Die Zauberflöte", Junker Spärlich in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", die Puccini-Partien Goro in "Madama Butterfly" und Spoletta in "Tosca", Wenzel in Smetanas "Die verkaufte Braut", Dr. Blind in Johann Strauß’ "Die Fledermaus", der Wirt in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", Dr. Cajus in Verdis "Falstaff", Kilian in Webers "Der Freischütz" und mehrere Partien in Opern →Richard Wagners, so der Steuermann in "Der fliegende Holländer", David in "Die Meistersinger von Nürnberg", der Hirt in "Tristan und Isolde" sowie Mime in "Das Rheingold" und "Siegfried". Obwohl sich E. im Frühjahr 1920 mit den vier Dienerrollen in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann" offiziell verabschiedete, trat er später noch einige Male als einspringender Gast in Bern auf, so unter anderem im Alter von 74 Jahren sogar als Manrico in Verdis "Il Trovatore". Ein einziges Gastspiel führte ihn 1912 als Wenzel ans →Stadttheater Zürich.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Max Elmhorst, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 531.

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