Max Hirzel

Aus Theaterlexikon
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* 18.10.1888 Zürich, † 12.5.1957 Zürich. ∞ Melitta Seckbach, Gesangspädagogin in Dresden und Zürich.

Zunächst Maschineningenieur in Zwickau und Augsburg, dann Gesangsstudium in Dresden bei Dora Erl und Seckbach. Engagements 1917–22 am →Stadttheater Zürich und 1922–35 an der Sächsischen Staatsoper Dresden. H.s anfänglich lyrische Stimme entwickelte sich im Lauf der Jahre zum Heldentenor. Vor allem beeindruckte er als Pedro in d’Alberts "Tiefland", Florestan in Beethovens "Fidelio", Canio in →Ruggero Leoncavallos "I pagliacci", Hoffmann in Offenbachs "Les Contes d’Hoffmann", Samson in Saint-Saëns’ "Samson et Dalila", Radamès in Verdis "Aida" und Otello in dessen gleichnamiger Oper, Max in Webers "Der Freischütz", in den →Richard-Wagner-Partien Tristan in "Tristan und Isolde", Stolzing in "Die Meistersinger von Nürnberg", Erik in "Der fliegende Holländer" und Siegmund in "Die Walküre" sowie in den Titelpartien von dessen "Lohengrin", "Tannhäuser" und "Parsifal". Nachdem H. sich im Dezember 1934 öffentlich als Gegner des Nationalsozialismus bekannt hatte, war er gezwungen, in die Schweiz zurückzukehren. Als ständiger Gast trat er bis 1947 regelmässig an den →Stadttheatern Basel, Bern und Zürich sowie am →Grand Théâtre in Genf auf. Internationale Gastverpflichtungen führten H. in zahlreiche europäische Opernzentren, so beispielsweise an das Stadttheater Hamburg (1920 Lohengrin und Don José in Bizets "Carmen"), an die Staatsoper Berlin, an das Théâtre Pigalle in Paris (1930 Alfred in Johann Strauß’ "Die Fledermaus"), an die Oper in Kopenhagen, an das Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, an die Covent Garden Opera London (1935 Lohengrin), an die Staatsoper Wien (1935 und 1936), an die Staatsoper Budapest (1938/39 Lohengrin) und an das Gran Teatre del Liceu in Barcelona (1946/47). In Dresden sang er in den Uraufführungen von →Paul Hindemiths "Cardillac" (1926 Offizier, Regie: Issai Dobrowen, musikalische Leitung: Fritz Busch) und →Othmar Schoecks "Vom Fischer un syner Fru" (1930 Fischer, Regie: Waldemar Staegemann, musikalische Leitung: Busch). Letzte Auftritte 1949/50 in Dresden. H. gab auch zahlreiche Konzerte und Liederabende.

Auszeichnungen

  • 1929 Sächsischer Kammersänger in Dresden.

Nachlass

  • Teilnachlass in der Schweizerischen Theatersammlung, Bern.


Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Max Hirzel, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 848–849, mit Abbildung auf S. 848.

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