Max Knapp

Aus Theaterlexikon
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* 13.11.1899 Zürich, † 16.12.1979 Basel.

Debüt als Dreizehnjähriger am →Stadttheater Zürich als Bauernbub Spatz in Schönherrs "Glaube und Heimat". Zunächst Bildhauerlehre, dann Schauspielunterricht bei →Josef Danegger (* 1865) in Zürich. 1917–19 Engagement bei →Alfred Reucker am Stadttheater Zürich. Rekrutenschule. 1920–26 Schauspieler am →Stadttheater St. Gallen, 1926–28 an den Vereinigten Bühnen Elberfeld-Barmen. 1928 von →Oskar Wälterlin als Buffo und Utilité an das →Stadttheater Basel engagiert (Debüt als dicker Vetter in Hofmannsthals "Jedermann", Regie: →Walter Felsenstein), dort bis zu seinem Tod einer der beliebtesten und in den dreissiger und vierziger Jahren auch der höchstbezahlte Darsteller, über 500 Partien und Rollen in Oper, Operette und Schauspiel: unter anderem 1929 Peachum in →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper" und 1931 Titelrolle in Molières "Der eingebildete Kranke" (Regie jeweils: Wälterlin), 1933 Bleichenwang in Shakespeares "Was ihr wollt" (Regie: →Gustav Hartung), 1937 Menelaus in Offenbachs "Die schöne Helena" und Argan in Molières "Der eingebildete Kranke", 1940 Näppi in →Albert Jakob Weltis "Steibruch", 1941 Titelrolle in Molières "George Dandin", 1942 Zettel in Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" (Regie: Wälterlin), 1943 Truffaldino in Goldonis "Diener zweier Herren" (zum 25-jährigen Bühnenjubiläum, Regie: →Leonard Steckel), 1945 Zwirn in Nestroys "Lumpazivagabundus", 1954 Adam in Kleists "Der zerbrochene Krug", 1955 Estragon in Becketts "Warten auf Godot", 1956 O. C. Curry in Nashs "Der Regenmacher" und Phil Hogan in O’Neills "Ein Mond für die Beladenen", 1957 Loman in Millers "Der Tod des Handlungsreisenden", 1958 Horace Vandergelder in Wilders "Die Heiratsvermittlerin", 1961 Harpagon in Molières "Der Geizige", 1964 Narr in Shakespeares "Was ihr wollt" und Striese in Schönthans "Der Raub der Sabinerinnen", 1968 König Peter in Büchners "Leonce und Lena", 1969 Telegin in Tschechows "Onkel Wanja", 1971 Firs in Tschechows "Der Kirschgarten", 1978 Al Lewis in Simons "Sonny Boys". Auch Opern- und Operettenpartien: Bartolo in Rossinis "Der Barbier von Sevilla", Beckmesser in →Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg", Monostatos in Mozarts "Die Zauberflöte". K. inszenierte am Stadttheater Basel auch diverse Lustspiele und Schwänke (1947 Schönthans "Raub der Sabinerinnen", 1948 Schureks "Strassenmusik", 1949 Arnold/Bachs "Die spanische Fliege") und zahlreiche Operetten, darunter 1953 Kálmáns "Gräfin Mariza", 1954 Lehárs "Das Land des Lächelns", 1954 →Ralph Benatzkys "Herzen im Schnee", 1958 Jessels "Schwarzwaldmädel", 1959 Zellers "Der Vogelhändler", 1960 Lehárs "Paganini", 1962 Johann Strauß’ "Wiener Blut". Als Gastschauspieler wirkte K. am →Schauspielhaus Zürich (unter anderem 1939 Obolski in der Uraufführung von →Paul Burkhards "Der schwarze Hecht", Regie: Wälterlin), am →Stadttheater Luzern und →Atelier-Theater Bern (unter anderem 1961/62 Harpagon in Molières "Der Geizige"). Diverse Film- und Fernsehrollen. 1936–51 Präsident des →SBKV.

Auszeichnungen

Literatur

  • Blubacher, Thomas: Befreiung von der Wirklichkeit? Das Schauspiel am Stadttheater Basel 1933–1945, 1995.


Autor: Thomas Blubacher



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Max Knapp, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1003–1004.

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