Meinrad Inglin

Aus Theaterlexikon
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* 28.7.1893 Schwyz, † 4.12.1971 Schwyz.

Nach dem Schulbesuch in Schwyz und mehreren abgebrochenen Ausbildungen (als Uhrmacher, in der Hotelbranche) studierte I. in Neuenburg, Genf und Bern ohne Matura Literatur und Psychologie. 1915–19 verfasste I. Theaterkritiken für das "Berner Intelligenzblatt" und veröffentlichte erste Erzählungen, daneben versuchte er sich als Dramatiker ("Der Abtrünnige", ungedruckt, 1917). Ab 1919 lebte er als Schriftsteller in Schwyz. 1922 erschien in Stuttgart mit "Die Welt in Ingoldau" I.s erster, Aufsehen erregender Roman, dem in stetiger Folge etwa zehn weitere Romane und zahlreiche Erzählungen folgten. Sie machten ihn zu einem der bedeutendsten Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts (zum Beispiel "Die graue March" 1935; "Schweizerspiegel" 1938; "Der schwarze Tanner" 1947). Für die Bühne verfasste I. nur einzelne Werke: Sein Stück "Chlaus Lymbacher" (vollendet 1944) wurde 1976 vom →Theater für den Kanton Zürich unter dem Titel "Der Robbenkönig" uraufgeführt (8.4.1976 in Hinwil, Regie: →Reinhart Spörri). 1990 inszenierte es Thomas Koerfer in einer Bearbeitung von →Thomas Hürlimann im Keller des →Schauspielhauses Zürich. Auch von Amateurtheatergruppen wurde das Stück verschiedentlich nachgespielt. Das →Fastnachtspiel "Der Volksfriedenskongress in Jeddo-Schwyz" wurde 1952 von der →Japanesengesellschaft Schwyz aufgeführt. Der Nachlass enthält weitere ungedruckte Schauspiele, Filmszenarien und Drehbücher sowie Entwürfe zu Fastnachtspielen.

Auszeichnungen

unter anderem

  • 1948 Grosser Preis der Schweizerischen Schillerstiftung und Ehrendoktorat der Universität Zürich,
  • 1953 Grosser Literaturpreis der Innerschweizer Kulturstiftung,
  • 1965 Gottfried Keller-Preis der Martin Bodmer-Stiftung.

Literatur

  • Matt, Beatrice von: M. I., 1976 [mit Bibliografie].

Nachlass

  • Kantonsbibliothek Schwyz.


Autor: Reto Caluori



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Caluori, Reto: Meinrad Inglin, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 902–903.

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