Melanie Geissler

Aus Theaterlexikon
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* 30.7.1914 Bodelsberg (D), † 13.4.1998 Bern.

Gesangsausbildung am Städtischen Konservatorium Augsburg bei Albert Mayer. Engagements 1939–41 am Stadttheater Plauen im Vogtland, 1941–43 am Stadttheater Teplitz-Schönau, 1943/44 an den Vereinigten Landestheatern Gotha-Eisenach, 1946–51 am Badischen Staatstheater Karlsruhe, 1952–54 und 1957–60 sowie erneut 1964–76 als Chormitglied mit Soloverpflichtung am →Stadttheater Bern. Dazwischen war G. 1954–57 an den Vereinigten Bühnen Graz und 1961/62 am Theater der Stadt Koblenz verpflichtet. G.s Debütpartie in Plauen war 1939 die dritte Dame in Mozarts "Die Zauberflöte". Danach erarbeitete sie sich im Laufe der Jahre eine Reihe von ersten Fachpartien für Spielalt, dramatischen Alt und Mezzosopran, in welchen sie auch am Stadttheater Bern zu sehen war, so unter anderem Nancy in Flotows "Martha", Irmentraut in Lortzings "Der Waffenschmied", Dorabella in Mozarts "Così fan tutte", Frau Reich in Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor", Silla in Pfitzners "Palestrina", Suzuki in Puccinis "Madama Butterfly", Babaricha in Rimski-Korsakows "Das Märchen vom Zaren Saltan" (Schweizer Erstaufführung 1958), Czipra in Johann Strauß’ "Der Zigeunerbaron", Octavian in Richard Strauss’ "Der Rosenkavalier", die Verdi-Partien Ulrica in "Un ballo in maschera", Eboli in "Don Carlo", Meg Page in "Falstaff", Preziosilla in "La forza del destino", Maddalena in "Rigoletto" und Azucena in "Il Trovatore" sowie Magdalena in →Richard Wagners "Die Meistersinger von Nürnberg". In späteren Jahren trat G. in verschiedenen präzis gestalteten Charakterrollen auf, etwa als Magd in Fortners "Bluthochzeit", blinde Madelon in Giordanos "Andrea Chénier", alte Buryja in Janáčeks "Jenufa", Palmatica in Millöckers "Der Bettelstudent", Berta in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" sowie in den Schweizer Erstaufführungen von Wolf-Ferraris "Il campiello" (1965, als Orsola), Monteverdis "L’incoronazione di Poppea" (1965, als Arnalta) und von Henzes "Der junge Lord" (1967, als Köchin Begonia). In der Saison 1953/54 gastierte G. als Eboli und Czipra am →Stadttheater Zürich. Gelegentliche Gastverpflichtungen hatte G. ausserdem an den Bühnen von Frankfurt am Main, Heidelberg und Koblenz. Bei der Radio-Oper Bern wirkte sie 1959 als Adelma in Busonis "Turandot" und Maragond in Schuberts "Fierrabras" mit. G. trat auch als Konzertsängerin auf.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Melanie Geissler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 693.

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