Michael Oberer

Aus Theaterlexikon
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* 17.7.1952 Zürich. Sohn des Regisseurs und Intendanten →Walter O. und der Schauspielerin →Elsbeth Gmür.

1972–73 Regieassistent am →Stadttheater Bern, unter anderem bei Peter Barnes’ "Die herrschende Klasse", Grabbes "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung", →Friedrich Dürrenmatts "König Johann" und →Bertolt Brecht/Weills "Die Dreigroschenoper". Ab 1973 Regieausbildung am Max-Reinhardt-Seminar Wien. 1975–79 Regieassistent an den Wuppertaler Bühnen, dort erste Inszenierungen (Arrabals "Der Architekt und der Kaiser von Assyrien" und "Freie Wildbahn"). Seit 1980 ist O. als freischaffender Regisseur tätig. Er inszenierte unter anderem an den Städtischen Bühnen Kiel, am Staatstheater Mainz sowie an den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau (1999 Molières "Tartuffe") und Osnabrück (1999 →Christoph Marthalers "Stunde Null"). Zu den ersten eigenen Regiearbeiten O.s in der Schweiz zählten 1982 die Inszenierung dreier Tschechow-Einakter am →Stadttheater St. Gallen und die Uraufführung von →Heinz Stalders "Chatz u Muus" am Stadttheater Bern (aufgeführt im →Alten Schlachthaus). Danach weitere Inszenierungen in Bern am →Atelier-Theater Bern (1988 Woody Allens "Die magische Glühlampe", 1989 Millers "Blick von der Brücke", 1995 Saunders/Kleists "Michael Kohlhaas"), am Stadttheater (1994 David Mamets "Oleanna", 1998 Bernhards "Alte Meister" und →Thomas Hürlimanns "Das Lied der Heimat", 2000 Alfred de Mussets "Die Launen der Marianne") sowie an verschiedenen Kleintheatern und in der freien Szene (beim →1 x 1 Theater sowie 2001 mit dem Theater Elch Sarah Kanes "Gier" im Berner Münster), am →Städtebundtheater Biel-Solothurn (1991 Schnitzlers "Liebelei") und am →Stadttheater Chur. 1990–92 war O. künstlerischer Leiter der →Claque Baden (dort unter anderem Regie bei Goethes "Urfaust" und T. S. Eliots "Das wüste Land"). Zusammen mit dem Dramaturgen →Klemens Renoldner verfasste O. mehrere Kindermärchen für die Bühne, unter anderem "Die chinesische Nachtigall" (1995, nach Hans Christian Andersen) und "Die Geschichte von Kalif Storch" (1996, nach Wilhelm Hauff) sowie "Die Geschichte von Ritter Tobias, dem Eisenhans und dem schönen Burgfräulein Johanna" (1997; alle am Stadttheater Bern uraufgeführt).



Autor: Peter Tschanz



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Tschanz, Peter: Michael Oberer, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1336.

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