Mila Gürtler

Aus Theaterlexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

* 17.1.1941 Basel.

Tanzausbildung bei Ingrid Natter-Kreuser in Basel und bei →Boris Kniaseff in Genf. 1959/60 als Elevin erstes Engagement am →Stadttheater Basel unter →Wazlaw Orlikowsky, dann unter Tatjana Gsovsky 1960/61 als Halbsolistin an den Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main (Helena in Werner Egks "Abraxas", Fee in Tschaikowskys "Dornröschen") und 1961/62 an der Deutschen Oper Berlin. 1962/63 als erste Solistin am Staatstheater Kassel unter Robert Mayer engagiert, tanzte G. unter anderem Pas de deux und Variation in Chopins "Les Sylphides", die Titelpartie in Adams "Giselle" und Grand Pas de deux "Schwarzer Schwan" in Tschaikowskys "Schwanensee". Danach Stipendienaufenthalt für Tanz an der Staatlichen Hochschule für Musik in Frankfurt am Main. Gleichzeitig Gastverpflichtung am →Stadttheater Bern als Solistin in Egks "Französische Suite" und in Morton Goulds "Interplay". 1964–67 Engagement als erste Solistin am →Stadttheater Luzern, wo G. auch als Assistentin und Trainingsleiterin des Ballettmeisters Zvonimir Tajzl tätig war. In Luzern tanzte sie unter Tajzl beispielsweise Sarema in Assafjews "Die Fontäne von Bachtschissarai", die Teufelswirtin in Fran Lhotkas "Der Teufel im Dorf", die Titelpartie in Tschaikowskys "Dornröschen", Grand Pas de deux "Schwarzer Schwan" und die Rolle der Prima Ballerina in der Uraufführung von Horst Dempwolffs "Die Novellen". 1967 gründete G. in Luzern ihre eigene Ausbildungsstätte, das "Ballett-Studio MILA". Bis 1984 wechselten rund alle fünf Jahre Absolventen und Absolventinnen von der Schule ins Engagement. 1977 vergrösserte G. das "Ballett-Studio MILA", integrierte Schüler und Schülerinnen der Abschlussklasse als Assistenten und Assistentinnen in den Schulbetrieb und schuf eine eigene Tanzgruppe. 1967 organisierte sie den ersten Internationalen Ballett-Sommerkurs in Luzern. Der daraufhin jährlich stattfindende Kurs mit internationalen Gästen und einem Abschlussabend-Divertissement wurde ab 1982 als Bestandteil in das Berufsausbildungsprogramm ihrer Schule aufgenommen, 1984 wandelte sie den Kurs in gezielte Arbeitsseminare um. G. nahm als Tänzerin und Dozentin auch Gastengagements wahr, beispielsweise übernahm sie 1974 am Landestheater Detmold die Titelpartie in Prokofjews "Cinderella" und lehrte 1979/80 ihr Spezialfach "Bodenexercice" in Stuttgart und Hannover. 1985 folgte die Umstrukturierung der traditionellen Ausbildung in den ganzheitlichen Ballett-Bildungs-"WEG" zum Tanz- und Pädagogik-Studium, wobei sie eine "ganzheitliche Bewegungslehre" zur Kunst des Tanzens entwickelte und nun vermittelt. Aus langjähriger tanzpädagogischer Pionierarbeit entstanden dazu folgende Publikationen: 1990 die "Leit-Gedanken zum Wahren – Schönen – Guten, so dass ‹ES› tanzt" und 2003 das Kunst- und Lehrbuch "‹ES› tanzt aus innerer Sicht", mit selbst modellierten Tanzreliefs.



Autorin: Simone Gojan



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Gojan, Simone: Mila Gürtler, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 773–774.

Normdaten