Monika Demenga

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* 4.5.1949 Bern. Tochter der Schauspielerin →Gertrud D. und des Malers Friedrich D., Schwester des Schauspielers →Frank D. und der Musikerinnen und Musiker Thomas, Patrick, Annina, Catrin und Isabel D.

Sie besuchte die Schauspielschule und die Kunstgewerbeschule in Bern und belegte Kurse am Deutschen Institut für Puppenspiel in Bochum. Nach ihrer ersten Inszenierung 1968 von →Silja Walters "Der kleine Hirt" gründete D. 1969 die "Puppen- und Schattenbühne Monika Demenga" und schuf nach einer Geschichte von Bruno Traven die Inszenierung "Macario" (einschliesslich der Stabpuppen und Schattenfiguren). In den ersten Jahren arbeitete sie mit wechselnden Spielern zusammen, unter anderen mit Willi Nussbaumer und mit André Glauser, ab 1977 mit Hans Wirth als festem Partner; die Bühne wurde daraufhin in →Puppenbühne Demenga/Wirth umbenannt; 1992 übernahmen beide die Leitung des →Berner Puppentheaters. Bis 1999 entstanden zirka dreissig Inszenierungen, an denen D. als Puppenspielerin, Gestalterin des bildnerischen Materials, Autorin und Regisseurin wesentlichen Anteil hatte, beispielsweise 1971 Josef und Karel Čapeks "Aus dem Leben der Insekten", 1973 "D’Ghüderhäx" und 1975 "Sticheli und Stacheli", beide von Gertrud und Monika D., 1976 H. C. Artmanns "Die missglückte Luftreise" und "Kaspar als Schildwache". Gemeinsam mit Wirth und je nach Produktion in Zusammenarbeit mit professionellen Musikern, Schauspielern, Regisseuren und Bühnenbildnern entstanden seit 1977 weitere zehn Inszenierungen wie zum Beispiel die Stabpuppenspiele "D’Rägefee" nach Theodor Storms Novelle oder "D’Wassernixe". Besonderheiten waren die lebensgrossen Humanetten für die Aufführungen von Strawinsky/→Charles Ferdinand Ramuz’ "L’→Histoire du Soldat"mit dem Ensemble de la Tour de Marsens, die Schattenfiguren für "Die Legende vom vierten König" (nach Edzard Schaper) und die Ausarbeitung und Führung der Humanetten, Handpuppen und Tischfiguren in Goethes "Urfaust", einer Produktion mit dem →Theater Claque in Baden. D.s wichtigste Arbeit seit der Übernahme des Berner Puppentheaters war die Inszenierung und Ausstattung von Carl Orffs "Carmina Burana". Verschiedene Produktionen wurden für das Fernsehen aufgezeichnet, darunter die erfolgreichen Kinderstücke "D’Glas-Chugle" und "Vom vergässene Garte". 1981 Mitarbeit an Peter von Guntens Filmadaption des Schattenspiels "Die Legende vom vierten König" und an Norbert Wiedmers Film "Ein Frosch – der Kuss – zwei Könige"über die Entstehung des Puppenspiels "Dr Zanggi". D. lehrt an der Schule für Gestaltung in Bern.

Auszeichnungen

  • 1986 erhielt die Puppenbühne Demenga/Wirth den Anerkennungspreis der Bernischen Kantonalen Kommission für Theater und Tanz.


Autorin: Elke Krafka



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Blubacher, Thomas: Elisabeth Bergner, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 1, S. 447–448.

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