Morris Morgan

Aus Theaterlexikon
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* 26.9.1934 Neuruppin (D), † in St. Gallen, eigentlich Günter Lomp.

Gesangsstudien in Düsseldorf, Köln und Wiesbaden. Engagements 1964/65 am Opernstudio der Kölner Oper, 1965–68 an den Bühnen der Landeshauptstadt Kiel, 1968–71 am Staatstheater Wiesbaden, 1971–79 am →Stadttheater Bern, 1979–81 an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau und 1981–92 am →Stadttheater St. Gallen. Als lyrischer und Kavaliersbariton war M. einer der bemerkenswertesten Sänger am Stadttheater Bern während der Direktion →Walter Oberers. Seine musikalische wie darstellerische Souveränität ermöglichten es ihm, einer Vielzahl unterschiedlichster Rollen gerecht zu werden. Zu seinen populärsten Bühnengestalten in Bern zählten Figaro in Rossinis "Il barbiere di Siviglia" und Papageno in Mozarts "Die Zauberflöte". Neben den zu seinem Fachrepertoire gehörenden Aufgaben gestaltete er Partien in weniger bekannten Werken. So beispielsweise Demetrius in Brittens "A Midsummer Night’s Dream", Fürst Nechljudow in Ján Cikkers "Auferstehung", Leonardo in Wolfgang Fortners "Bluthochzeit", Orfeo in Glucks "Orfeo ed Euridice", die Titelpartie von Händels "Giulio Cesare in Egitto", Leiokritos in →Rolf Liebermanns "Penelope", Marquis de la Force in Poulencs "Dialogues des Carmélites" und Barbier in Richard Strauss’ "Die schweigsame Frau". M. sang überdies in mehreren Schweizer Erstaufführungen: etwa Lindoro in Haydns "Le pescatrici" (1971, Regie: Andreas Meyer-Hanno, musikalische Leitung: →Ewald Körner), den Reisenden, die Stimme des Dionysos und andere Rollen in Brittens "Death in Venice" (1975, Regie: →Edgar Kelling, musikalische Leitung: Klaus Weise) sowie die Titelpartien von Mozarts "Lucio Silla" (1972, Regie: Oberer, musikalische Leitung: Körner), Monteverdis "Il ritorno d’Ulisse in patria" (1976, Regie: Kelling, musikalische Leitung: Körner) und Purcells "King Arthur" (1977, Regie: Oberer, musikalische Leitung: Paul Theissen). In St. Gallen interpretierte er unter anderem Mr. Gedge in Brittens "Albert Herring", Conte Robinsone in Cimarosas "Il matrimonio segreto", Enrico in Donizettis "Lucia di Lammermoor", Rodomonte in Haydns "Orlando paladino", Conte Erminio in Millöckers "Gasparone", König in Orffs "Die Kluge", Graf in Schrekers "Der Schatzgräber", Nick Shadow in Strawinskys "The Rake’s Progress", Eugen Onegin in Tschaikowskys gleichnamiger Oper und Melchior Böhni in Zemlinskys "Kleider machen Leute". Er sang dort ausserdem 1986 den zweiten Schiffsoffizier und Blazes in der Schweizer Erstaufführung von Peter Maxwell Davies’ Kammeroper "The Lighthouse" (Regie: →Hans Hartleb, musikalische Leitung: Eduard Meier) sowie 1983 den Diener Face in der szenischen Uraufführung von →Max Langs "Der Alchimist" (Regie: Heinz Lukas-Kindermann, musikalische Leitung: Lang). Zahlreiche Gastverpflichtungen unter anderem in Bremen, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, in Hannover, Mannheim, Saarbrücken, am Staatstheater Stuttgart sowie seit 1981 häufig am Stadttheater Bern. Wirkte auch als Konzertsänger. Mehrere Einspielungen auf Tonträger.



Autor: Paul Suter



Bibliografische Angaben zu diesem Artikel:

Suter, Paul: Morris Morgan, in: Kotte, Andreas (Hg.): Theaterlexikon der Schweiz, Chronos Verlag Zürich 2005, Band 2, S. 1276–1277, mit Abbildung auf S. 1277.

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